Tagung Bayerischer Nuklearmediziner in Bayreuth

Bereits zum 34. Mal - aber erst zum zweiten Mal in der Wagnerstadt Bayreuth - trafen sich Experten zur Jahrestagung der Bayerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin. An zwei Tagen wurden neueste Erkenntnisse der Nuklearmedizin vorgestellt und auch ein Blick in die Zukunft gewagt.

Bayreuth - Am Wochenende des 5. und 6. Juli rückte Bayreuth in den Fokus einer Expertengruppe, die ausnahmsweise wenig mit Wagner und dessen Opern zu tun hat. Im Vorfeld der Premiere am grünen Hügel trafen sich fast 200 Vertreter einer völlig anderen Fachrichtung: Aus ganz Bayern kamen Mediziner, die sich in ihrer Arbeit und Forschung einem relativ jungen Fachbereich, der Nuklearmedizin, verschrieben haben. Für die Gesundheitsregion und das Klinikum Bayreuth eine Auszeichnung, denn damit reiht sich die Klinikum Bayreuth GmbH als Veranstalter in eine lange Reihe aus Universitätskliniken ein.

Die Tagung begann bereits am Freitagvormittag, 5. Juli, mit dem Treffen der Regionalsektion Franken der Deutschen Gesellschaft für medizinische Physik.
Das Hauptaugenmerk an diesem Wochenende lag aber auf der Tagung der Bayerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin. Dazu begrüßten Thomas Ebersberger, 2. Bürgermeister der Stadt Bayreuth, zusammen mit Privatdozent Dr. Herbert Feistel, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin der Klinikum Bayreuth GmbH, das Fachpublikum. Im Anschluss stellten ausgewählte Referenten die neuesten Ergebnisse aus den Universitätskliniken vor.
Das Tagungsprogramm am Samstag richtet seinen Blick in die Zukunft der Nuklearmedizin: Dem Fachpublikum wurden neue Erkenntnisse und Entwicklungen vorgestellt, die für die täglichen Arbeiten der Nuklearmediziner von Bedeutung sind.
Das Programm endete traditionell mit der offiziellen Mitgliederversammlung des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner/Landesverband Bayern.

Ein junges Fachgebiet

Auch wenn sich die breite medizinische Anwendung der Nuklearmedizin erst in den 1950er Jahren durchgesetzt hat, so wurden die wesentlichen Erkenntnisse, die der Nuklearmedizin noch heute zugrunde liegen, bereits Ende des 19. Jahrhunderts gewonnen.
Im Jahr 1895 entdeckte Konrad Röntgen Strahlen, die erstmals in der Geschichte der Medizin einen Blick in das Innere des lebenden Menschen ermöglichten. Nur ein Jahr später entdeckte Henri Becquerel die Radioaktivität. Beide Wissenschaftler erhielten dafür den Nobelpreis - und revolutionierten die Medizin.
Noch heute ist die Anwendung nuklearer Stoffe in der Medizin im Wesentlichen so, wie sie Becquerel seinerzeit erfunden hat: Dem Patienten wird eine geringe, gesundheitlich unbedenkliche Menge einer radioaktiven Substanz injiziert oder verabreicht, die sich dann im Körper ihren Weg bahnt. Abhängig davon, welche radioaktiven Stoffe verabreicht werden, finden diese dann „von selbst" ihren Weg zum gewünschten Organ. Dank moderner Technik kann dann deren Weg von außen verfolgt werden und gibt Aufschluss über bestimmte Stoffwechselfunktionen des Körpers. Der Fortschritt auf dem Gebiet der Nuklearmedizin lebt von der Entwicklung neuer radioaktiver Substanzen und dem Wissen darum, wie sie sich unter welchen Bedingungen in bestimmten Organen oder Geweben einlagern. Diese Vorgänge gewähren einen immer besseren Einblick in die Funktionsweise des Körpers und die Mechanismen vielfältiger Krankheitsbilder. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.