Durch die Kooperation der Krebsspezialisten des Universitätsklinikums Erlangen, der Klinikum Bayreuth GmbH und der Sozialstiftung Bamberg im sogenannten Comprehensive Cancer Center (CCC) der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN), gehören die Kliniken gemeinsam zu einem der insgesamt zwölf deutschen onkologischen Spitzenzentren. Das CCC wird von der Deutschen Krebshilfe für die nächsten drei Jahre mit einer Million Euro pro Jahr gefördert.

Roland Ranftl, Geschäftsführer der Klinikum Bayreuth GmbH (von rechts) wünschte dem Führungsteam des Onkologischen Spitzenzentrums (CCC), Prof. Dr. Matthias W. Beckmann, Direktor des CCC und Direktor der Universitätsfrauenklinik Erlangen, PD Dr. Alexander Kiani, zweiter stellvertretender Direktor des CCC und Chefarzt der Klinik für Onkologie und Hämatologie der Klinikum Bayreuth GmbH, Prof. Dr. Ludwig Keilholz, Mitglied des Vorstandes und Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie der Klinikum Bayreuth GmbH sowie Prof. Dr. Roland Repp, zweiter stellvertretender Direktor des CCC und Chefarzt der Klinik für Hämatologie, internistische Onkologie und Palliativmedizin der Sozialstiftung Bamberg viel Erfolg in der neu gegründeten Allianz gegen den Krebs.

Immer mehr Menschen in Deutschland sterben an den Folgen einer Krebserkrankung, so stellte es das Statistische Bundesamt fest. Insgesamt sterben 26 Prozent der Deutschen an Krebs. Damit ist Krebs nach den Herzkreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Allerdings sei dieser Anteil an allen Todesfällen in den vergangen 30 Jahren um 25 Prozent angestiegen.

Die beiden größten Kliniken in Oberfranken, die Klinikum Bayreuth GmbH und die Sozialstiftung Bamberg, bilden ab sofort gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Erlangen das fränkische Comprehensive Cancer Center der Europäischen Metropolregion Nürnberg (CCC Erlangen - EMN). Die Deutsche Krebsgesellschaft zeichnete jetzt das in Deutschland in dieser Form einzigartige, interdisziplinäre und klinikübergreifende Bündnis gegen den Krebs aufgrund seines hohen Niveaus aus. Die Klinikum Bayreuth GmbH gehört damit bei der Behandlung von Krebspatienten zu einem der zwölf deutschen Spitzenzentren und kann sich so dem nationalen wie auch internationalen Vergleich stellen. Die Deutsche Krebsgesellschaft fördert diese Initiative in den nächsten drei Jahren mit einer Million Euro pro Jahr.

Der Behandlungsanspruch aller drei Großkliniken ist sehr hoch. Alle erfüllen nicht nur die strengen Qualitätskriterien der Deuten Krebsgesellschaft, sondern werden als onkologisches Spitzenzentrum die Qualitätsstandards auch gemeinsam weiterentwickeln. Damit erfahren die Patienten in allen drei Häusern die gleiche hochwertige Krebsbehandlung. Bei seltenen Krebsarten oder schwierigen Verläufen tauschen sich die Krebsmediziner auf kurzem Weg aus und holen für die Patienten sehr unkompliziert eine Zweitmeinung ein. Vereinfacht wird dieser Austausch durch das erst kürzlich in Betrieb genommene Videokonferenzsystem, mit dem sich die Mediziner trotz unterschiedlicher Standorte jederzeit zusammensetzen und einzelne Krankheitsbilder diskutieren können. Zudem wird das fränkische CCC intensiv in der Krebsforschung tätig. So erhöhen sich für Krebspatienten in Oberfranken die Chancen an Studien teilzunehmen, bei denen neue klinische Behandlungsmethoden erprobt werden.

Die Koordination für die Zusammenarbeit im CCC am Klinikum Bayreuth hat Privatdozent Dr. Alexander Kiani, Chefarzt der Klinik für Onkologie und Hämatologie, in seiner Funktion als zweiter stellvertretender Direktor des CCC übernommen. Er betont: „Eines der wesentlichsten Ziele in der engen Zusammenarbeit ist es, auch den Patienten in unserer Region Krebsmedizin auf Spitzenniveau zukommen zu lassen. Die Wege für die Betroffenen und ihre Familien verkürzen sich, indem wir das universitäre Wissen nach Bayreuth transportieren."

Zur Erfolgskontrolle werden in den drei kooperierenden Krankenhäusern, Bayreuth, Bamberg und Erlangen alle Behandlungen genau dokumentiert und ausgewertet. Die Therapieergebnisse aller drei Kliniken werden zusammengeführt und daraus eine breite Datenbasis generiert. Diese lässt genauere Aussagen über die Behandlungserfolge zu und dient so der Optimierung der Behandlungsstandards sowie der Krebsforschung. „Unsere gemeinsamen Bemühungen sollen sich dann im Endeffekt positiv bei den Überlebensraten der Patienten niederschlagen", so Kiani. In den nächsten Jahren werden die Kooperationspartner beispielsweise erforschen, wie sich Sport und Ernährung auf eine Krebsbehandlung oder wie sich die Einnahme von Naturheilmitteln auf eine gleichzeitige Chemotherapie auswirken.