Dieses kleine schwarze Ding, das so schön regelmäßig Bälle ausspuckt, soll Patienten mit Querschnittlähmung zurück ins Leben helfen? Für Jochen Saborowski ist das gar nicht so weit hergeholt. „So ein Ding“, hatte der Leiter der Sporttherapie an der Klinik Hohe Warte vor einiger Zeit gesagt, „so eine Maschine brauchen wir.“

Paralympics-Sieger Holger Nikelis (links) und Patient Max Mitzkewitsch testen die neue Ballmaschine.

Jetzt ist sie da, die Tischtennis-Ballmaschine. Sie steht in der Turnhalle der Klinik Hohe Warte, Patient Max Mitzkewitsch fokussiert die kleinen weißen Bälle, spielt sie zurück. Vor- oder Rückhand, mit Spin oder ohne. Die Bälle kommen wie bestellt auf die Tischtennisplatte. Und genau das ist so wichtig. Weil für Querschnittgelähmte, vor allem für Tetraplegiker mit Einschränkungen an Armen, Beinen und Händen, Tischtennis der ideale Sport ist. Spaß muss es machen, sagt Saborwoski, und dafür sorgt die auf die jeweilige Spielstärke einstellbare Maschine. Besser als ein Therapeut, der niemals so exakt zuspielen könnte. Frust ist extrem kontraproduktiv. Denn der Sport ist für Patientinnen und Patienten der Klinik für Querschnittgelähmte an der Hohen Warte viel mehr als nur Bewegung.

Neuer Lebensmut

„Beim Sport treffen frisch verletzte Patienten mit Patienten zusammen, die schon länger im Rollstuhl sitzen“, sagt der Leiter der Sporttherapie. Beim Sport gibt es jede Menge Information: Wie schafft man den Weg zurück in den Job? Wie läuft das mit den Ämtern? Woher bekommt man ein umgebautes Auto? Auf solche und viele andere Fragen gibt es ganz nebenbei Antworten. Und das gibt neuen Lebensmut.

Das sagt der Paralympics-Sieger

Holger Nikelis schmunzelt. Ob eine solche Maschine seine Geheimwaffe war, um zweimal Paralympics-Sieger und zweimal Weltmeister im Tischtennis zu werden? „Nicht ganz“, sagt er. „Aber wahrscheinlich hat sie schon ein wenig dazu beigetragen.“ Der ehemalige Top-Tischtennisspieler setzt sich dafür ein, dass Ballmaschinen immer mehr in der Reha für Querschnittgelähmte eingesetzt werden. Das hat er auch an der Hohen Warte getan. Anfangs waren die ein Trainingsgerät für Fußgänger. „Aber ich habe gemerkt, dass diese Maschinen für Quertschnittgelähmte optimal sind.“ Auch weil der Therapeut auf der richtigen Seite der Tischtennisplatte stehen kann. Bei seinem Patienten, um ihn zu unterstützen und anzuleiten.

Freundeskreis und Klinikum Bayreuth GmbH gemeinsam

Zurzeit sind es etwa 15 Patientinnen und Patienten, die in der Hohen Warte behandelt werden und denen die Maschine die perfekten Bälle serviert. Und sie macht Therapeuten wie Saborowski oder Alexander Daut die Hände frei, um mit anderen Patienten zu trainieren. Das schafft zusätzliche Bewegungseinheiten.Gekostet hat der Ballspucker etwa 1600 Euro. Die Summe haben sich der Freundeskreis der Klinikum Bayreuth GmbH mit der Vorsitzenden Lissi Weigel an der Spitze und die Klinikum Bayreuth GmbH geteilt.