Zwei Monate lang haben die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger und -pflegerinnen jetzt seit ihrem Ausbildungsstart die Schulbank gedrückt. Was bisher graue Theorie war, bekommt jetzt den ersten farbigen Anstich. Denn: Unter Aufsicht der Praxisanleiter durften die Schülerinnen und Schüler nun erstmals selbst Hand anlegen. Jetzt geht es in den ersten Praxiseinsatz.

Einführungstage für die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege: Der Start in den ersten Praxiseinsatz beginnt mit einem Rundgang durchs Haus.

Die Einführungstage für angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger sind der erste Schritt auf dem Weg zur eigenständigen Patientenversorgung. „In Lernzirkeln erarbeiten die Schüler zunächst in kleinen Gruppen zusammen mit den Praxisanleitern typische Behandlungssituationen, die sie an einer Puppe, teils aber auch an ihren Mitschülern umsetzen“, erklären die Praxisanleiterinnen Anja Meinunger und Marion Ganzleben. Sie erhalten Einweisungen zu den Hygienevorschriften, üben mit dem Notfallkoffer und den Defibrillator an einer Puppe und erhalten allerhand hilfreiche Tipps, worauf sie beim Patientenkontakt zu achten haben. Dann geht es auf die Stationen.


In zwei Tagen lernen sie hier vor allem eines: Ihre Scheu abzulegen. Die Scheu vor dem Kontakt mit den Patienten, aber auch die Scheu, Fragen zu stellen. „Ich freue mich über das Engagement und die Neugier, die die Schüler mitbringen. Das macht auch uns Praxisanleitern unglaublichen Spaß“, sagt Meinunger. Und das gilt auch für die Schüler: „Mir hat vor allem der Umgang mit den Patienten gefallen, die positive Einstellung, die das ganze Team hat. Wie respektvoll alle mit den Patienten umgehen. So würde ich mir das für meine Angehörigen auch wünschen“, sagt Hannah Glätzner. Und so will sie es künftig auch umsetzen.


Nicht für alle Neuland
Die Einführungstage verbringen die Schülerinnen und Schüler dort, wo sie ab Januar auch eingesetzt sind. Dabei weichen die Praxisanleiter ihnen erst einmal nicht von der Seite. Was für die examinierten Kolleginnen und Kollegen Routine ist, ist für einige noch völliges Neuland. Aber nicht für alle: „Unter den Schülern sind viele, die im Vorfeld bereits eine Ausbildung in der Krankenpflegehilfe, ein Praktikum oder ein freiwilliges soziales Jahr absolviert haben, das ist unglaublich hilfreich“, sagt Meinunger.


Selbstvertrauen und Vorfreude vermitteln

„Unsere Aufgabe als Praxisanleiter ist es, den Einstieg zu erleichtern, den Schülern das Haus und die Stationen zu zeigen, Arbeitsschritte und Abläufe zu erklären, auf Risiken hinzuweisen, ihnen aber auch die Möglichkeit zu geben, das, was sie bisher theoretisch erarbeitet haben, umzusetzen. Wir wollen, dass sie mit Selbstvertrauen und Vorfreude in die Praxis starten“, sagt Meinunger. Beim Abschlussgespräch war deutlich zu spüren, dass Anja Meinunger, Marion Ganzleben und ihre Kollegen dieses Ziel erreicht haben. In lockere Atmosphäre erzählten Schüler und Praxisanleiter, was sie erlebt haben. Schon jetzt sind sie als Team zusammengewachsen. „Wir haben in diesen beiden Tagen so viel mitgenommen“, sagt Franziska Skripalle. „Alles wurde genau erklärt und ich fühle mich schon jetzt sicherer und selbstbewusster im Umgang mit den Patienten. Jetzt kann der erste Arbeitstag kommen.“


Auch Marion Ganzleben ist zuversichtlich: „Das ist ein starker und sehr interessierter Jahrgang. Das wird richtig gut, ich habe ein sehr gutes Bauchgefühl.“