Die 17 an der Klinikum Bayreuth GmbH beschäftigten Hebammen unterstützen die Forderungen, die der Deutschen Hebammenverband anlässlich des Hebammentags am 5. Mai erheben. Der Verband setzt sich unter anderem für ein Geburtshilfe-Stärkungsgesetz ein.

„Deutschlands Kreißsäle sind lebenswichtig. Frauen und Neugeborene müssen dort bestmöglich versorgt werden“, stellt der Verband in einer Veröffentlichung fest. Die Situation werde jedoch von Jahr zu Jahr schlechter. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: Die verlässliche und persönliche Betreuung einer Klinikgeburt sei in Deutschland längst ein Glücksfall, nicht die Regel.

„Das gilt wohl für alle Krankenhäuser“, sagt die Leitende Hebamme der Klinikum Bayreuth GmbH, Barbara Engel. „Eine Eins-zu-Eins-Betreuung ist kaum mehr möglich.“ Zu viel sei nebenbei zu erledigen – vor allem administrative Tätigkeiten. Und auch die Bedürfnisse der Entbindenden seien gestiegen. Der Deutsche Hebammenverband fordert deshalb einen Wandel in der Geburtshilfe – damit Frauen und ihre Kinder wieder im Mittelpunkt stehen. „Wir wollen eine familienorientierte und individuelle Betreuung während der Geburt, nachhaltig gesichert für die Zukunft.“

Die Forderungen im Detail:

• ein Geburtshilfe-Stärkungsgesetz

• eine Hebamme für eine Frau

• neue Hebammenstellen gesondert finanzieren

• Arbeitsbedingungen verbessern – Hebammenmangel verringern

• Entlastung im Kreißsaal durch ambulante Notfallversorgung für Schwangere

• Regelmäßige Fortbildungen in der Geburtshilfe für ÄrztInnen und Hebammen gemeinsam

• ein anonymes Meldesystem für die Fehleranalyse

• Hebammen in Leitungspositionen in den Kliniken

• Hebammen sollen als Hebammen arbeiten – keine fachfremden Tätigkeiten

• Mehr Hebammen = gute Geburtshilfe = gesunde Mütter

 

An der Klinikum Bayreuth GmbH werden pro Jahr etwa 1300 Kinder geboren. Mit steigender Tendenz.