17 Hebammen arbeiten im Kreißsaal des Klinikums Bayreuth, wo jährlich derzeit rund 1.300 Kinder geboren werden. Gemeinsam mit Kolleginnen deutschlandweit und dem Deutschen Hebammenverband machen sie sich stark für ein Geburtshilfe-Stärkungsgesetz. Ihr Ziel: Mehr Zeit für die Betreuung werdender Mütter, mehr Qualität in der Geburtshilfe.

Hebammen leisten in deutschen Kreißsälen Schwerstarbeit. Das ist ihr Beruf. Und darüber beschweren sie sich auch nicht. Sie wollen für werdende Mütter vor, während und nach der Geburt da sein. Darüber hinaus müssen sie aber immer häufiger auch administrative Tätigkeiten nebenbei erledigen. Allzu oft sind sie Organisator, Empfangsdame, Reinigungskraft. Das nimmt Zeit in Anspruch, die bei der Betreuung der Schwangeren fehlt.

Im Klinikum Bayreuth hat man bereits Maßnahmen umgesetzt, um die Hebammen in ihrer Arbeit zu unterstützen und zu entlasten. Viele dieser Maßnahmen fordert auch das angestrebte Geburtshilfe-Stärkungsgesetzt:

  • Es werden interprofessionelle Fortbildungen angeboten, um die Hebammen, die im Perinatalzentrum des Klinikums Bayreuth immer wieder auch Risikoschwangerschaften und -geburten betreuen, bestmöglich vorzubereiten.
  • Ein etabliertes Notfall- und Fehlermanagement soll Sicherheit und Rückhalt bei der Arbeit geben, bei der unerwartete Situationen zum Alltag gehören.
  • Das Einräumen und Auffüllen der Schränke übernehmen medizinische Fachangestellte und halten den Hebammen so den Rücken frei.
  • Für Hygiene und Sauberkeit im Kreißsaal sorgen qualifizierte Reinigungskräfte. „Leider in vielen Häusern keine Selbstverständlichkeit“, sagt Barbara Engel, Leitende Hebamme im Klinikum Bayreuth.
  • Auch die Schwangereren profitieren: In der Ambulanz gewährleisten medizinische Fachangestellte kürzere Wartezeiten.