Migranten im Krankenhaus: So klappt das

Gesundheitslotsen für Migranten informieren sich an der Klinikum Bayreuth GmbH

Sie sprechen die Sprache, sie kennen die Kultur. 22 Frauen und Männer mit Migrationshintergrund stehen ab sofort anderen Migrantinnen und Migranten in Bayreuth ehrenamtlich auf dem nicht immer einfachen Weg durch das deutsche Gesundheitssystem zur Seite. Zum Abschluss ihrer Ausbildung haben sich die Gesundheitslotsen über die Abläufe in der Klinikum Bayreuth GmbH informiert. Jetzt beginnt die Hilfestellung in der Praxis.

Wichtiges ehrenamtliches Engagement

Was tun im Notfall? Und wohin, wenn ein geplanter Eingriff stattfinden soll? Prof. Dr. Jörg Reutershan, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, zeigt und erklärt an diesem Vormittag den Gesundheitslotsen, wie Krankenhaus funktioniert. Und er dankt den Gesundheitslotsen für ihr ehrenamtliches Engagement. „Es ist nicht für jeden gleich ersichtlich, wo es im Krankenhaus lang geht“, sagt Valentina Dumitru, die das Projekt der Migranten für Migranten im Auftrag der Stadt Bayreuth koordiniert. „Dieser Vortrag und der Besuch am Klinikum hat für Klarheit gesorgt.“ Die Klinikum Bayreuth GmbH sehe sich als einen wichtigen Akteur in der regionalen Gesundheitslandschaft, sagt Unternehmenssprecher Frank Schmälzle. „Wir möchten für jede Zielgruppe und mithin auch für Migrantinnen und Migranten eine möglichst optimale Beratung und Betreuung bieten. Deshalb sind wir gerne bei MiMi dabdei.“

Das Wissen weitergeben

50 Stunden. So viel Zeit haben die Gesundheitslosten seit März in ihre Ausbildung investiert. Durch die Ausbildung von engagierten Migrantinnen und Migranten zu interkulturellen Gesundheitsmediatoren will das MiMi-Gesundheitsprojekt Bayern zur Gesundheitsaufklärung und Verbesserung der Chancengleichheit von Menschen mit Migrationshintergrund beitragen. Von Experten des Gesundheits- und Sozialwesens haben sich die Lotsen, die bereits gut integriert sind und Zugang zu Menschen ihrer Herkunftsländer haben, ausbilden lassen. Neben den Aufgaben und Angeboten des deutschen Gesundheitssystems und wichtigen Präventionsthemen wie Impfschutz Diabetes, Ernährung, Bewegung und Gefahren des Alkoholkonsums haben sie auch Methoden erlernt, um Informationsveranstaltungen für Migranten zu organisieren und durchzuführen. Diese sollen künftig an unterschiedlichen Orten stattfinden – unter anderem in Migrationseinrichtungen, Sprachschulen, Kultureinrichtungen und Nachbarschaftstreffs. Auch eine Aufgabe für die Lotsen. Sie sollen gelungene Integration und Verantwortung für die eigene Gesundheit vorleben.

Das ist MiMi

Das MiMi-Gesundheitsprojekt Bayern ist seit 2008 Teil der landesweiten Gesundheitsinitiative „Gesund Leben. Bayern“. Es wird vom Ethno-Medizinischen Zentrum in Kooperation mit zahlreichen Projektpartnern unter Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege durchgeführt. Die Stadt Bayreuth ist seit Januar einer der Standortprojektträger des interkulturellen Gesundheitsprojektes, seither beteiligt sich auch die Klinikum Bayreuth GmbH.

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MiMI-Gesundheitslotsen im Klinikum: Dr. Zsofia Vikidal (zweite von rechts), Chefarzt Prof. Dr. Jörg Reutershan und Unternehmenssprecher Frank Schmälzle informierten sie über Abläufe und Ansprechpartner in der Notaufnahme und der gesamten Klinikum Bayreuth GmbH.