Kniespezialist Dr. Kopka hat in der Klinik Hohe Warte Bayreuth eine neue Behandlungsmethode etabliert. Patienten mit Arthrose können jetzt ihre individuell angepasste Knieprothese implantiert bekommen. Vor allem jüngere Patienten profitieren davon.

Arthrose im Kniegelenk, ein Verschleiß des Gelenkknorpels, verursacht bei den Betroffenen erhebliche Schmerzen und Funktionseinschränkungen. Linderung schafft bei ausgeprägter Arthrose die Implantation eines künstlichen Kniegelenks. Die Klinik für Orthopädie der Klinikum Bayreuth GmbH, unter der Leitung von Chefarzt Privatdozent Dr. Frank Rainer Abel, bietet jetzt eine neue Technologie für einen individuellen Knieersatz an. Dabei wird die Knieprothese im Vorfeld geplant und an den Knochen der Patienten exakt angepasst. Das künstliche Gelenk stellt die ursprüngliche Gelenksituation, wie sie vor der Arthrose war, wieder her.

Der Leitende Oberarzt der Bayreuther Orthopädie in der Klinik Hohe Warte, Dr. Frank Kopka, hat bereits den ersten beiden Patienten eine solche maßgeschneiderte Knietotalprothese implantiert. Bislang wird der Knochen unter der Operation einem Standardimplantat angepasst. Bei dem neuen Verfahren wird vor der Operation ein virtuelles 3-D-Modell des Knies mittels computertomografischer Aufnahmen erstellt. Anhand dieses Modells wird das Implantat einschließlich individueller Operationsinstrumente hergestellt. Nach etwa sechs Wochen liefert der Hersteller das Material in die Klinik Hohe Warte.

Bereits seit 2010 implantiert Dr. Kopka individuelle Knieteilprothesen, so genante Schlittenprothesen. Auch dabei wird ein Implantat individuell für jeden Patienten angefertigt. Mit den Erfahrungen aus über 15 Implantationen von Teilprothesen, konnte Dr. Kopka die neue Technologie jetzt auf den kompletten Ersatz des Kniegelenks ausweiten.

Ein individuell gefertigtes Knieimplantat bietet gerade jüngeren Patienten erhebliche Vorteile. Bei der Operation wird lediglich die zerstörte Knochenoberfläche entfernt und durch die Prothese ersetzt. Dabei geht nur sehr wenig Knochensubstanz verloren und die Patienten behalten ein hohes Maß an Funktionalität und Beweglichkeit. Der Erhalt von ausreichend Knochensubstanz ist außerdem für jüngere Patienten von Vorteil, da sie im weiteren Verlauf ihres Lebens mit einer Austauschoperation rechnen müssen. „Der Eingriff ist besonders schonend, sodass die Patienten schneller wieder hergestellt sind. Bereits nach etwa einer Woche laufen die Patienten unter Vollbelastung ohne Gehhilfen nahezu schmerzfrei", erklärte Dr. Kopka.

Dieses moderne Verfahren ist ein Zusatzangebot und ersetzt nicht die etablierte Knie-Endoprothetik, die in bestimmten Fällen weiterhin zum Einsatz kommt. Beispielsweise bei extremer Fehlstellung der Kniegelenke oder bei ausgeprägten Instabilitäten muss auf die konventionellen Prothesen zurückgegriffen werden.

In der Bayreuther Klinik für Orthopädie bekommen jedes Jahr rund 100 Patienten ein künstliches Kniegelenk implantiert. Dr. Kopka rechnet damit, dass davon in Zukunft rund 30 Prozent der Patienten eine individuelle Kniegelenksprothese erhalten.