Safari soll leben. Die Hilfsorganisation Interplast, der Rotary Club Bayreuth, der Nordbayerische Kurier, der Kreisverband des Roten Kreuzes, das MediClin Reha-Zentrum Roter Hügel und die Klinikum Bayreuth GmbH starten jetzt eine gemeinsame Hilfsaktion für den 12-jährigen Massai-Jungen, der nach einem schweren Unfall seit mehr als vier Monaten im Bombo Hospital in der tansanischen Hafenstadt Tanga liegt. In Bayreuth soll Safari soweit es geht gesund werden. Geplant sind mehrere Operationen, Behandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen.

Safari, sagt PD Dr. Jürgen Dolderer, ist so schwer verletzt, dass er in Deutschland behandelt werden muss.

„Da kann man nicht wegschauen.“ Safaris Schicksal hat Privatdozent Dr. Jürgen Dolderer berührt. Als der Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie der Klinikum Bayreuth GmbH den so schwer verletzten Jungen vor wenigen Wochen bei einem Hilfseinsatz der Organisation Interplast kennenlernte, war ihm eines schnell klar: In Tansania wird Safari keine Chance haben.

Der schreckliche Unfall

Safari hatte eine offen liegende Starkstromleitung aufgehoben. Strom durchzuckte seinen Körper. Die Ärzte in Tansania retteten sein Leben, seinen rechten Arm und beide Unterschenkel konnten sie indes nicht retten. Und: Safari hat bei dem Stromschlag schwere Verbrennungen erlitten. Mehrmals operierte Dolderer den Jungen während des jüngsten Interplast-Einsatzes. „Aber Safari ist noch nicht über den Berg“, sagt Dolderer. „Er braucht noch vier, vielleicht fünf OPs und eine Zeit, um sich zu regenerieren.“

Die Hilfe läuft an

Die Klinikum Bayreuth GmbH hat im Internet über den Einsatz Dolderers und seines Team berichtet. Und im Besonderen über Safari – auch darüber, dass er nur noch seinen Bruder hat. Die Familie hat sich von dem Jungen losgesagt.  „Was dann geschehen ist, hatten wir nicht zu träumen gewagt“, sagt Klinikum-Sprecher Frank Schmälzle. Gernot Gebauer, Geschäftsführer des reha-teams, meldete sich bei Dolderer. Dem Jungen muss man helfen. Das reha team Bayreuth übernimmt die Hilfsmittelversorgung. Die Stadtverwaltung signalisierte Unterstützung, löst haftungsrechtliche Fragen. Unternehmer Christian Wedlich engagiert sich und wirbt beim Rotary Club Bayreuth um Unterstützung bei der Finanzierung der Flugkosten. Der Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes, Markus Ruckdeschel, zieht mit: Das Rote Kreuz wird das Sammeln von Spenden, den Transport vom Flughafen nach Bayreuth und gemeinsam mit der Stadt die Unterbringung von Safaris Bruder organisieren. Das MediClin Reha-Zentrum Roter Hügel behandelt den Jungen. Und die Klinikum Bayreuth GmbH geht in Vorleistung. Safari kann kommen, er wird operiert und gepflegt, ihm wird geholfen – unabhängig davon, ob am Ende tatsächlich alle Kosten über Spenden gedeckt sein werden.

Die Zeit drängt

Die Uhr tickt. Innerhalb der nächsten vier Wochen muss Safari nach Bayreuth kommen, damit sich sein Zustand nicht wieder verschlechtert. Erste Kontakte mit tansanischen Behörden und der Deutschen Botschaft sind geknüpft, um möglichst schnell alle Reiseformalitäten zu klären. Vorbereitungen für Flug und Transport des Jungen sind angelaufen. „Wir müssen schnell sein“, sagt Dolderer. „Aber ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen.“

INFO: Der Unterstützerkreis für Safari freut sich über jede weitere Initiative. Wenn Sie helfen möchten, zahlen Sie bitte auf folgendes Spendenkonto ein:

Rotes Kreuz Kreisverband Bayreuth

Konto DE28 7735 0110 0009 0194 07 bei der Sparkasse Bayreuth

WICHTIG: Verwendungszweck "Hilfe für Tansania"

Oder Sie melden sich bei Frank Schmälzle, Klinikum Bayreuth GmbH, Telefon 0921/4002020, Mail: frank.schmaelzle@klinikum-bayreuth.de