Am Donnerstag, 5. September, fand in Berlin der Spinal Cord Injury Day statt – Der internationale Tag der Querschnittlähmung. Es geht dabei darum, die Öffentlichkeit auf das Thema Querschnittlähmung aufmerksam zu machen, um Achtsamkeit dafür zu fördern, dass Querschnittgelähmte möglichst gut in das alltägliche Leben integriert werden. Aber es geht noch um viel mehr.

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Hürden nehmen: Andreas Berghammer absolviert einen Rollstuhlparcours. Foto: FGQ, Lukas Kapfer

Privatdozent Dr. Rainer Abel spricht in der Bürgersprechstunde. Foto: FGQ, Lukas Kapfer

„Der Klinik für Querschnittlähmung an der Klinik Hohe Warte und mir als ihr Chefarzt ist es ein großes Anliegen, sich für die Verbesserung der Lebensqualität unserer Patienten einzusetzen – nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern insbesondere auch gegenüber der Politik“, sagt Privatdozent Dr. Rainer Abel, Chefarzt der Kliniken für Orthopädie und Querschnitt an der Klinik Hohe Warte.

Und diese Möglichkeit bot sich gestern in Berlin. Denn dem offiziellen Programm des Spinal Injury Days am Brandenburger Tor ging eine Bürgersprechstunde im Bundegesundheitsministerium voraus, zu dem Staatssekretärin Sabine Weiß eingeladen hatte. Dr. Abel war mit Andreas Berghammer, Leiter des Sozialdienstes und Wolfgang Erler, stellvertretender Pflegedirektor der Klinikum Bayreuth GmbH vor Ort.

Die Klinik Hohe Warte gehört mit 80 Querschnittbetten zu den großen Spezialkliniken für Querschnittgelähmte in Deutschland. Doch nach Berlin sind Chefarzt Abel und seine Kollegen nicht in ihrer beruflichen Funktion gefahren. Sie alle engagieren sich auch ehrenamtlich:

Privatdozent Dr. Rainer Abel ist Vorsitzender des Stiftungsrats der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung und Vorstandsmitglied der Fördergemeinschaft Querschnittgelähmter, Andreas Berghammer Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Paraplegie und Wolfgang Erler ist als Vertreter des Arbeitskreises Pflege der Deutschen Gesellschaft für Paraplegie mit nach Berlin gekommen.

„Es war uns allen ein Anliegen, an diesem Tag dabei zu sein. Wir hatten die Möglichkeit, die Interessen, Bedürfnisse und Forderungen unserer Patienten an die Politik zu formulieren. Das ist gut und wichtig. Es bietet sich nicht oft die Gelegenheit mit der Staatssekretärin direkt zu sprechen“, sagt Abel.

Und Betroffene gibt es viele. Alleine in Deutschland leben rund 140.000 Menschen mit einer Querschnittlähmung und jährlich kommen rund 2.400 neu Erkrankte hinzu. Dabei steigt seit Jahren insbesondere die Zahl der Patienten, die aufgrund von Erkrankungen eine Querschnittlähmung erleiden. Sie liegt heute bei rund 55 Prozent. Zum Vergleich: 1995 war ein Verkehrsunfall mit 34 Prozent noch häufigste Ursache für eine Querschnittlähmung. Auch das erfordert ein Umdenken, nicht nur in der medizinischen Behandlung, sondern insbesondere auch in der Politik.