Er ist einer von zehn Preisträgern, die das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in diesem Jahr mit der Gesundheits- und Pflegemedaille ausgezeichnet hat: Dr. Wolfgang Schulze war von 2003 bis 2016 Chefarzt der Palliativstation am Klinikum Bayreuth. Die Auszeichnung erhält er aber vor allem deshalb, weil er immer mehr getan hat, als er musste, sagt Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml: „Sie haben sich stets über ihre beruflichen Pflichten hinaus für die Betreuung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen eingesetzt, haben in der Palliativversorgung mit Hypnose- und Strahlentherapie Maßstäbe gesetzt, die bundesweit Beachtung fanden.“

(v.l.n.r.) Alexander Mohr, Geschäftsführer der Klinikum Bayreuth GmbH, Melanie Huml, Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Dr. Wolfgang Schulze

Dr. Schulzes Name ist untrennbar mit der Palliativversorgung in Bayreuth und weit darüber hinaus verbunden. Seit 1998 ist der Palliativmediziner Mitglied im Hospizverein Bayreuth. Er hat entscheidend an der Gründung der Bayreuther Hospizstiftung 1998 mitgewirkt, die auch die Einrichtung der Palliativstation am Klinikum Bayreuth initiiert hat. Mit der Gründung und Leitung des Arbeitskreises Palliativmedizin am Klinikum Bayreuth wurde Dr. Schulze „zu einem maßgeblichen Wegbereiter für den Aufbau der Palliativstation“, die er von deren Eröffnung 2003 bis 2016 als Chefarzt leitete.

Dr. Schulze ist niemand, der sich mit einem Status quo zufriedengibt. Bis heute nicht. Er ist Ausbilder für Palliativmedizin und Hypnosetherapie, Vorstand der gemeinnützigen Werner-Zapf-Stiftung und engagiert sich in der Ausbildung von Hospizbegleitern und Hospizbegleiterinnen. Er ist beratend für das Ethikkomitee am Klinikum Bayreuth tätig, das er in seiner Zeit als Chefarzt selbst mit aufgebaut hat, und betreut im Rahmen der Ambulanten Palliativversorgung im Raum Hof noch immer aktiv Patienten. Auch die Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten in seinem Fachgebiet liegt ihm noch immer am Herzen.

Eines seiner Spezialgebiete war und ist die Hypnosetherapie. Dabei geht es darum, Trance-Zustände der Patienten für die Behandlung in der Palliativmedizin zu nutzen. Huml: „Sie haben zu den Palliativmedizinern in Deutschland gehört, die dieser Behandlungsmethode den Weg geebnet haben.“ Dabei geht es im Wesentlichen um Kommunikation, erklärt Dr. Schulze seine Motivation: „Zu wissen, wie ein Mensch in Trance funktioniert, hilft in der Kommunikation mit Schwerstkranken. Denn sie befinden sich oft in einem ähnlichen Zustand“, erklärt der Palliativmediziner. Der Schlüssel zum Erfolg: „Man muss seine Patienten schon mögen, sonst funktioniert das alles nicht“, sagt Dr. Schulze.

Die Auszeichnung
Jedes Jahr zeichnet das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zehn Personen aus, die sich in besonderer Weise persönlich für Gesundheit und Pflege engagieren. Die ihr Wissen, ihr Können, aber auch ihre Kraft an jene weitergeben, die sie brauchen. „Die Pflegemedaille ist die höchste Auszeichnung, die wir im Staatsministerium für Pflege und Gesundheit vergeben können“, sagt Gesundheitsministerin Melanie Huml. Sie solle ein Zeichen der Wertschätzung sein und ein Ansporn für andere, es den Preisträgern gleichzutun. „Sie alle haben stets mehr getan als sie mussten, haben nicht nur Probleme uns Handlungsbedarf erkannt, sondern auch Lösungen gefunden“, begrüßt die Ministerin die Preisträger. Und sie betont: „Die Auszeichnung soll auch ein wenig auf jede abfärben, die sicher auch einen Anteil daran hatten: Ihre Familien und die Menschen, die sie in ihrer Arbeit und ihrem Wirken unterstützen.“