Blut nehmen für eine gute Sache – Mitarbeiter des Klinikums Bayreuth helfen bei Typisierungsaktion

Es ist ein bisschen wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen - nur dass die Chancen sie zu finden mit der Größe des Haufens wachsen. Am Sonntag, 21. Februar, ist dieser Haufen um rund 1120 Personen gewachsen. Sie alle ließen sich in der Sporthalle in Heinersreuth typisieren, um der an Leukämie erkrankten Gabriele Gindel aus Altenplos bei der Suche nach ihrer ganz persönlichen Nadel - einem geeigneten Stammzellenspender - zu helfen. Ins Leben gerufen hatte die Aktion Gabriele Gindels Familie zusammen mit der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS).
Um den Ansturm zu bewältigen, war vor allem Fachpersonal gefragt, das bei der Blutentnahme hilft. Für PD Dr. Alexander Kiani, Chefarzt der Onkologie am Klinikum Bayreuth, war dies keine Frage: Er betreut Gabriele Gindel medizinisch, kennt ihre Leidensgeschichte und teilt ihre Hoffnung, einen geeigneten Spender zu finden. Er stellte sofort ein rund zehnköpfiges Team Freiwilliger zusammen. Gemeinsam zapften sie den potenziellen Spendern, einem nach dem anderen, etwas Blut ab - jede Probe ein kleiner Hoffnungsschimmer. Denn die Anforderungen an einen geeigneten Spender sind enorm. Neun von zehn genetischen Merkmalen müssen übereinstimmen, dass derjenige als Spender überhaupt in Betracht gezogen werden kann. Das kommt der Suche nach einem genetischen Zwilling gleich. Daher findet rund ein Drittel der Betroffenen einen Spender innerhalb der Familie.
Für die anderen beiden Drittel - darunter auch Gabriele Gindel - beginnt mit der Suche nach einem Fremdspender ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Chance einer Übereinstimmung der Merkmale kann bei 1:20.000, aber auch bei 1: mehreren Millionen liegen. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass sich viele Menschen typisieren lassen. Die Mitarbeiter des Klinikums Bayreuth gingen mit gutem Beispiel voran und ließen sich größtenteils selbst typisieren, allen voran Klinikum-Geschäftsführer Roland Ranftl. Auch er wird künftig als potenzieller Spender zur Verfügung stehen.
Rund zwei Monate wird es dauern, bis alle Daten aus der Typisierung in Heinersreuth in die Datenbank eingepflegt sind. Und vielleicht wird einer der neu Registrierten Gabriele Gindels Nadel im Heuhaufen sein - oder die eines anderen Leukämiekranken, dessen letzte Hoffnung auf Heilung eine Stammzellenspende ist. Tatsache ist: Mit jedem Spender, steigen die Chancen. Alleine die DKMS vermittelte im vergangenen Jahr 2500 Spender erfolgreich - und das ist nur eine von mehreren Datenbanken weltweit.