Transplantation von Knorpelzellen jetzt in der Klinik Hohe Warte

Eine neue innovative Behandlung in der Orthopädie ermöglicht die biologische Rekonstruktion von Knorpelschäden. Diese gelenkerhaltende Therapie bewahrt Patienten mit Verletzungen am Knie oder Sprunggelenk vor frühzeitiger Arthrose

Jetzt wurde in der Klinik für Orthopädie der Klinik Hohe Warte, unter der Leitung von Privatdozent Dr. Rainer Abel und dem Leitenden Oberarzt Dr. Frank Kopka, die erste matrixgestützte dreidimensionale autologe Chondrozytentransplantation (ACT) durchgeführt. Hierbei werden im Rahmen einer diagnostischen Arthroskopie zwei kleine Knorpelzylinder aus einem nicht tragenden Gelenkanteil entnommen. Aus dieser Biopsie werden die Chondrozyten (Knorpelzellen) in einem Speziallabor isoliert, im Reagenzglas vermehrt und auf eine biphasische dreidimensionale Matrix aufgebracht. Innerhalb von drei Wochen entsteht ein Produkt, das in einem zweiten minimal-invasiven Eingriff in den Knorpeldefekt transplantiert wird. Es können damit erstmals große Defekte mit einer Fläche bis zu 14 Quadratzentimetern und einer Tiefe bis sieben Millimeter behoben werden.

Die ATC wird am häufigsten bei Knorpelschäden an den Knie- und Sprunggelenken eingesetzt, die durch Unfälle oder lokale Durchblutungsstörungen entstanden sind. Dieses aufwendige Verfahren der biologischen Gelenkflächenrekonstruktion wird bei jüngeren Patienten eingesetzt, um Folgeschäden wie eine frühzeitige Gelenkabnutzung (Arthrose) zu verhindern. Den Patienten kann damit ein künstliches Gelenk meist erspart bleiben. Die ersten klinischen Studien beweisen den großen Erfolg der Knorpelzelltransplantation. Bei etwa 90 Prozent der Patienten haben sich die ursprünglichen Strukturen des Knorpels wieder hergestellt.

Nach Investitionen in neue medizintechnische Geräte und spezielle Qualifizierungen des Personals kann die Klinik für Orthopädie Knorpelzelltransplantationen durchführen. „Wir sind stolz, dieses neue Verfahren in Bayreuth jetzt anbieten zu können. Gerade jüngere Patienten die beispielsweise durch einen Sportunfall Knorpelschäden aufweisen profitieren von der ATC." so Dr. Abel.

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