Mit dem Laser gegen die Prostata

Der Klinik für Urologie in der Klinik Hohe Warte bietet mit einer modernen Lasertechnik den Patienten mit Prostataerkrankungen eine schonendere Operationsmethode.

Häufiges Wasserlassen, dünner Harnstrahl, nachts nicht mehr durchschlafen können, Entzündungen oder Blutungen: Das sind die typischen Zeichen der gutartigen Prostatavergrößerung. Im Alter leidet jeder zweite Mann darunter, die Hälfte der davon Betroffenen benötigt irgendwann eine Operation. In den meisten Fällen wird dabei das wuchernde Prostatagewebe durch die Harnröhre hindurch abgetragen. "Das ist eine der häufigsten Operationen überhaupt", erklärte Professor Dr. Claus Fischer, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie an der Klinikum Bayreuth GmbH. Üblicherweise wird dabei mit einem speziellen Schneidestrom gearbeitet. Das vergrößerte Prostatagewebe wird so in kleinen Teilen aus der Prostata herausgeschnitten, bis der Weg für die Blasenentleerung wieder frei ist. "Prinzipiell kann es dabei auch einmal stärker bluten, weil die Prostata von vielen Gefäßen durchzogen ist", so Professor Fischer. Damit ist es jetzt vorbei: Die Klinikum Bayreuth GmbH hat kräftig investiert und für über 130.000 Euro ein modernes Lasergerät angeschafft, das diesen Eingriff sicherer macht. Jetzt können sogar Patienten operiert werden, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen. Der neue Prostata-Laser verdampft die vergrößerte Prostata von innen, ohne dass es zu Blutungen kommen kann. Schicht für Schicht wird das Gewebe wie beim Schälen einer Zwiebel abgetragen.

Das neue Gerät hat im Vergleich zu anderen Laser-Systemen zwei große Vorteile: Zum einen können andere Organe nicht verletzt werden, da der in Bayreuth verwendete Laser immer nur um Haaresbreite in das Gewebe eindringt. Zum anderen, bestätigte Geschäftsführer Roland Ranftl, müssen die Patienten nicht wie bei anderen Lasersystemen etwas zuzahlen. Der Eingriff wird komplett von der Krankenkasse übernommen. Inzwischen sind bereits über 40 Patienten in der Klinik Hohe Warte mit dem neuen Laser operiert worden. In der Urologie geht man davon aus, dass dieses System die Operation deutlich sicherer macht und die bisherige Technik nach und nach ablösen wird.

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