In der Klinik Hohe Warte steht jetzt eine umfassende Diagnostik für Patienten mit Krampfanfällen im neuen EEG- und Schlaflabor zur Verfügung.

Die Lebensqualität von Menschen, die unter Epilepsien oder anderen Krampfanfällen leiden, ist erheblich eingeschränkt. Eine wirksame Behandlung kann erst nach sehr umfangreichen und genauen Untersuchungen einsetzen. Mit der Kombination von Elektroenzephalografie (EEG) - Labor, zur Messung von Gehirnaktivitäten bei gleichzeitigem Videomonitoring, und Schlaflabor, bietet die Klinik für Neurologie in der Klinik Hohe Warte Bayreuth jetzt umfassende Diagnostikverfahren bei speziellen Fragestellungen an. Dr. Heinrich Jörg hat sich auf dem Gebiet der Epilepsie spezialisiert und leitet das EEG- und Schlaflabor. Dort können sich Patienten mit Anfallsleiden oder Schlafstörungen aufgrund neurologischer Erkrankungen, untersuchen lassen. Zukünftig profitieren etwa 1.000 Patienten pro Jahr von den neuen Möglichkeiten.

„Epileptische Anfälle und sogenannte dissoziative Anfälle unterscheiden sich äußerlich kaum voneinander. Für die Therapie ist aber eine genaue Diagnose entscheidend", erklärt Jörg. Während bei dissoziativen Anfällen psychologische Therapien, Stressbewältigungsstrategien oder auch Entspannungstechniken helfen, kommen bei epileptischen Anfällen je nach Klassifikation medikamentöse oder operative Therapien zum Einsatz.

m EEG- und Schlaflabor der Klinik Hohe Warte wird vor allem den Ursachen der Anfälle auf den Grund gegangen. Diese reichen von Missbildungen im Gehirn über Narben nach Schädel-Hirnverletzungen bis hin zu Gehirntumoren. Bei manchen Patienten treten Anfälle auch nach einem Schlaganfall oder einer Gehirnhautentzündung auf. Für aussagekräftige Ergebnisse werden die Patienten mit zahlreichen Sensoren ausgestattet und verbringen bis zu drei Tage und Nächte im EEG- und Schlaflabor. Extra lange Kabel lassen den Patienten dabei einen großen Bewegungsspielraum. Zusätzlich werden mittels Videoaufzeichnungen die Aktivitäten der Patienten überwacht. In Langzeituntersuchungen werden die Anfälle gefilmt und gleichzeitig mit den Hirnstrombildern während eines Anfalls aufgezeichnet. Die Auswertungen der differenzierten Daten von bis zu 72 Stunden sind sehr aufwendig, bringen den Patienten aber ein hohes Maß an Diagnosesicherheit. Zusätzlich kann die optimale Dosierung von Medikamenten herausgefunden werden, mit dem Ziel die Häufigkeit von Anfällen zu reduzieren und so die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen. Mit der Erhebung verschiedener Parameter, wie Atembewegungen, Liedbewegungen, Muskelbewegungen, Sauerstoffsättigung und EEG können darüber hinaus Schlafstörungen identifiziert werden, die durch neurologische Erkrankungen ausgelöst werden können. Hierzu zählen beispielsweise Multiple Sklerose, Parkinson oder Schlaganfall, aber auch Störungen, die durch Schädel-Hirn-Verletzungen oder Tumore hervorgerufen werden.

Bei Patienten, die an pneumologisch verursachten Schlafstörungen wie Schnarchen oder Atemaussetzern leiden, ziehen die Neurologen ihre Kollegen des Pneumologischen Schlaflabors im Klinikum Bayreuth, das unter der Leitung von Dr. Claus Steppert steht, zurate.

Professor Dr. Patrick Oschmann, Chefarzt der Klinik für Neurologie, betont, dass mit dem neuen EEG- und Schlaflabor den Patienten in der Klinik Hohe Warte eine komplexe Diagnostik und Behandlung aus einer Hand gewährleistet werden kann. Das EEG- und Schlaflabor in der Klinik Hohe Warte ist in dieser Ausprägung das einzige seiner Art in ganz Oberfranken. Es verfügt über fünf Einzelzimmer, einen Überwachungsraum sowie Arztzimmer, Behandlungs- und Versorgungsräume.