Fast 20 Jahre lang war Dr. Klaus-Peter Peters an der Klinikum Bayreuth GmbH beschäftigt. Er hat die Klinik für Dermatologie und Allergologie mitbegründet, gestaltet und ausgebaut. Jetzt nimmt der Chefarzt Abschied.

Im Jahr 1997 hat Dr. Klaus-Peter Peters die Klinik für Dermatologie und Allergologie mitbegründet. In zwei Jahrzehnten hat er sie gestaltet und ausgebaut. Jetzt nimmt Dr. Peters Abschied.

Peters ist in Hamburg geboren, auf einem Bauernhof aufgewachsen und packte dort früh mit an. „Mein Elternhaus hat mir Werte und Grunderkenntnisse vermittelt“, sagt er. „Jeder Mensch ist wichtig und man kann von jedem Menschen etwas lernen.“ Nach der Oberstufenreife folgte  eine landwirtschaftliche Lehre, danach wollte er eine Fachhochschule zum Agraringenieur absolvieren. Die Wehrpflicht kam dazwischen,  er wurde  Zeitsoldat in Lüneburg. Dort lernte Peters die Abendoberschule kennen,  drückte nach Dienstschluss die Schulbank. Das Ziel hieß jetzt Abitur. Damit erweiterten sich für ihn die Auswahlmöglichkeiten der Studienfächer und Berufswege.

Sein Interesse an Naturwissenschaften führte ihn zur Medizin

Peters entschied sich für ein Medizinstudium an der Universität Kiel. Es war für ihn die beste Möglichkeit, seinem Interesse an den Naturwissenschaften nachzugehen. Für die Doktorarbeit begann er ab der Mitte des Studiums Untersuchungen am Institut für Pathologie mit neuen Techniken der Elektronenmikroskopie, die er während der ersten Assistentenstelle in der Pathologie mit der Promotion abschloss. In seinen zwei Jahren im Institut für Pathologie lernte er viel über den Aufbau der gesunden und erkrankten Gewebe. „Ich wollte dieses Wissen neben der Tätigkeit am Patienten weiter einsetzen und  vervollständigen“, sagt Peters.  Dies führte ihn zum Fach Dermatologie, in dem damals bereits viele Hautkliniken pathologische Untersuchungen der Hauterkrankungen eigenständig durchführten.

Aufstieg an der Universitätshautklinik in Erlangen

So kam er 1984 an die Universitätshautklinik Erlangen, die eine fundierte Ausbildung für die Teilbereiche der Dermatologie und für die Allergologie ermöglichte. In der Hautklinik übernahm er bald Sonderaufgaben und war zusätzlich in der Dermatopathologie der Klinik tätig. Kurz vor Abschluss der Facharztausbildung kam die anfangs noch kommissarische Leitung des Allergielabors hinzu, dessen Oberarzt er bis zum Ausscheiden 1997 blieb.

Dr. Peters ist ein Team-Spieler

Peters versteht sich als Team-Spieler. Deshalb gestaltete er die Ausbildung der Assistenten im Team, um das Wissen und die Erfahrungen aller zusammen zu führen. Die wissenschaftlichen Arbeiten zu allergologischen Fragestellungen erfolgten oft genauso mit Freunden. Zu diesem Team gehörten, anfangs noch als Assistenzärzte,  Dr. A. Heese und Dr. W. Hübscher. Das Mediziner-Trio war erfolgreich  und suchte nach einer  Möglichkeit der gemeinsamen Berufsausübung. Ein Gespräch beim Krankenhausplanungsausschuss in München ergab den Hinweis, dass für das Klinikum Bayreuth gerade eine Hautklinik genehmigt worden war.

Ein Neustart in Bayreuth

Heese, Hübscher und Peters bewarben sich, bekamen den Zuschlag und gründeten  gemeinsam am 1. November 1997 die Hautklinik Bayreuth mit 20 Planbetten. „Anfangs mussten wir alle Grundlagen der dermatologischen Behandlungen relativ schnell auch an die Kolleginnen der Krankenpflege vermitteln“, sagt Peters. „Denn die 20 Betten waren bereits nach zwei Monaten voll belegt.“ Nach gut einem Jahr war die Klinik etabliert, so dass der erste Assistenzarzt für die Weiterbildung eingestellt werden konnte.

Was Dr. Peters geschaffen hat

Neue berufliche Chancen, private Gründe – über die Jahre löste sich das Team aus den Anfangstagen  auf.  Peters blieb und wurde alleiniger Chefarzt. Die Klinik war bereits 2007 vergrößert worden auf zuletzt 34 Planbetten, im Jahre 2016 behandelten neun Ärzte hier gut 1.500 Patienten. Peters gründete im Juli 2010 die erste Hautarztpraxis als Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) für Dermatologie im Klinikum, in dem Patienten aller Krankenkassen behandelt werden. Eines seiner Ziele war dabei auch die Verbesserung der Ausbildung für die Assistenzärzte durch Einbindung in die ambulante Versorgung. Allerdings kamen zunehmend auch Patienten mit aufwändigen Therapien und mit den heute aktuellen Behandlungen von fortgeschrittenen Hautkrebserkrankungen in das MVZ, das sich zunehmend als eine Art Klinikambulanz etablierte. Im Jahr 2016 haben sich 10.900 Patienten im MVZ Dermatologie behandeln lassen. Dazu trug auch das zweite, vor drei Jahren gegründete MVZ bei, das 2016 in das Klinikum kam.

Hautkrebs nimmt zu

Die verschiedenen Formen des Hautkrebs gehören heute zu den häufigsten Krebserkrankungen bei weiterhin jährlich steigenden Zahlen. In der Hautklinik Bayreuth werden aktuell fast die Hälfte der stationären Behandlungen wegen Hautkrebs durchgeführt. So erreichte das neue Team der Hautklinik 2013 die erste Zertifizierung zum Hautkrebszentrum (der Deutschen Krebsgesellschaft) mit erfolgreicher Rezertifizierung im Jahr 2016.

Der Reiz des Neuen wirkt immer noch

Viele faszinierende Erkenntnisse haben die Dermatologie, das Wissen über Hautkrankheiten und deren Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren immer umfangreicher und komplexer gemacht, sagt Peters. „Der Reiz des Neuen und die Notwendigkeit, diese Erkenntnisse für  Patienten umzusetzen, ist immer noch vorhanden.“ Unter anderem deshalb wird Peters, der das Renteneintrittsalter erreicht hat, nach seinem Abschied von der Klinikum Bayreuth GmbH in der Praxis eines niedergelassenen Hautarztes weiterarbeiten.