Am Adipositaszentrum der Klinikum Bayreuth GmbH hat die erste Operation stattgefunden. Für Patientin Marlies Opel fängt jetzt ein neuer Lebensabschnitt an.

Für Marlies Opel beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Dr. Jamal El-Chafchak hat sie im Adipositaszentrum der Klinikum Bayreuth GmbH operiert.

Marlies Opel ist rundum zufrieden. Am Montag kam sie ins Klinikum Bayreuth, am Freitag verlässt sie das Krankenhaus wieder. Für sie beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt. Marlies Opel ist die erste Patientin, die sich im neuen Adipositaszentrum der Klinikum Bayreuth GmbH operieren ließ.Wieder dick sein? „So will ich nicht leben, so will ich nicht alt werden“, sagt Marlies Opel.

"Ich hatte die Kontrolle verloren"

Wie das ist, zu dick zu sein, hat sie Jahre lang erlebt. Als der Alltagstress zu viel wurde, fing sie an zu essen. „Ich hatte die Kontrolle verloren.“ Immer wieder hat sie es mit Diäten versucht, doch nie hatte es bleibenden Erfolg. Im Jahr 2000 ließ sich Marlies Opel ein Magenband implantieren, das das Magenvolumen verkleinert. Sie konnte nur noch kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Sie nahm ab, hielt ihr Gewicht. Sie war mit sich im Reinen.

Nacht acht Jahren erfüllte das Magenband seinen Zweck nicht mehr, Marlies Opel nahm wieder zu. „Ich bin ein Frust-Esser“, sagt sie. „Wenn mein Leben aus dem Gleichgewicht kommt, fange ich an zu essen.“ Bei einem Treffen der Selbsthilfegruppe Adipositas den auf Adipositastherapie spezialisierten Fach- und Oberarzt der Klinikum Bayreuth GmbH, Dr. Jamal El-Chafchak, kennen. „Die Chemie zwischen uns hat vom ersten Moment an gestimmt.“ Für sie war schnell klar: „Das ist meine Chance.“

Marlies Opel wird aktiv

Marlies Opel ist eine starke Frau. Sie hat es geschafft, dass ihre Krankenversicherung die Operation im neuen Adipositaszentrum bezahlt. Es war eine Einzelfallentscheidung. Die multimodale Therapie, zu der Bewegung, ein psychologisches Gutachten und Ernährungsberatung gehört und die Adipositaspatienten üblicherweise vor einer Operation durchlaufen müssen, galt für sie nicht. Denn die hatte sie schon vor ihrer ersten Operation absolviert.

Essen - öfter und in kleinen Portionen

„Ich hab‘ sechs Löcher im Bauch“, lacht Marlies Opel. Dr. El-Chafchak hat die Patientin minimalinvasiv operiert – per Schlüsellochmethode also. Jetzt hat Marlies Opel einen Magen-Bypass, ein Teil ihres Magens ist ausgeschaltet. „Das wird eine Umstellung“, sagt sie. Sie hat sich einen Zeitplan gemacht, denn künftig wird sie fünf- bis sechsmal am Tag essen. Kleine Portionen. Und sie wird Essen und Trinken trennen. Einfach weil ihr Magen nur noch kleine Mengen aufnehmen kann. Sie wird das schaffen, da ist sie sich sicher. „Ich habe mir den Wecker auf dem Handy so eingestellt, dass er mich an meine festen Essenszeiten erinnert.“

Wir dürfen die Patienten nicht allein lassen

„Ich freue mich sehr für Frau Opel“, sagt Dr. Jamal El-Chafchak, „sie ist eine tolle Patientin. Ich bewundere ihre Motivation und ihren Willen.“ Das sind die besten Voraussetzungen dafür, dass die Operation auf Dauer wirkt. „Wir erleben oft, wie sehr Adipositaspatienten unter ihrer Erkrankung leiden. Wir dürfen sie in diesen Situationen nicht allein lassen. Deshalb haben wir unser Adipositaszentrum gegründet.“

INFO: Interessenten, die sich genauer über das Angebot der Adipositaschirurgie und des mulitmodalen Therapiekonzepts an der Klinikum Bayreuth GmbH informieren wollen, können dies im Rahmen einer Sprechstunde tun. Diese findet jeweils dienstags von 13 bis 16 Uhr statt, Anmeldungen bitte unter der Telefonnummer 0921/400753721 oder per E-Mail an allgemeinchirurgie@klinikum-bayreuth.de. Dr. El-Chafchak stellt in Vorträgen die neue Adipositasbehandlung an der Klinikum Bayreuth GmbH vor und beantwortet Fragen.