Professor Dr. Ludwig Keilholz, der Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie der Klinikum Bayreuth GmbH, wurde von der Universität Erlangen-Nürnberg zum Professor bestellt.

Professor Dr. Ludwig Keilholz ist seit 2003 als Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie tätig. Zudem forscht er seit über 22 Jahren an den biologischen Regulationsmechanismen bei niedrig dosierter Strahlentherapie. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat ihn jetzt zum außerplanmäßigen Professor bestellt. Seinen Titel hat er für sein wissenschaftliches Engagement auf dem Gebiet der Grundlagenforschung in der Strahlentherapie erhalten. Das ist eine Würdigung seiner herausragenden Leistungen in Forschung und Lehre.

Der Einsatz von niedrig dosierten Strahlen, zumeist Röntgenstrahlen, zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen erfolgt bereits seit Anfang des letzten Jahrhunderts. Mit dem Freiburger Radiologen Günther von Pannewitz wurden die Therapien in den 1930er Jahren als Standard etabliert. Allerdings wurde mit dem Einsatz von Strahlen zu unkritisch umgegangen, sodass nach Bestrahlung von Kindern und Jugendlichen eine erhöhte Rate an Krebs-erkrankungen auftraten. Damit wurde die Strahlenbehandlung bei gutartigen entzündlichen Erkrankungen über Jahrzehnte fast völlig eingestellt.

Prof. Keilholz gehört seit 1988 einer der ersten Arbeitsgruppen in Deutschland an, die sich genauer mit niedrig dosierter Strahlentherapie an der Universität Erlangen-Nürnberg beschäftigt. Das Team aus Medizinern und Forschern verschiedener Fachbereiche, wie der Strahlentherapie und Immunologie, untersucht die biologischen Prozesse bei Entzündungen unter einer niedrig dosierten Bestrahlung. Die ersten Ergebnisse aus den experimentellen und klinischen Untersuchungen präsentierte Prof. Keilholz bereits 1989 auf dem Röntgenkongress in Bayreuth. Andere Forschungsteams, die in Europa oder den USA am gleichen Thema gearbeitet haben, konnten die Ergebnisse der deutschen Wissenschaftler bestätigen.

Heute hat die niedrig dosierte Strahlentherapie wieder Einzug in die Behandlung gutartiger entzündlicher Erkrankungen gefunden. Dank der umfassenden Forschungsergebnisse aus dem Wissenschaftlerteam um Prof. Keilholz, werden in Deutschland jedes Jahr rund 40.000 Menschen insbesondere mit schmerzhaften Gelenken mit sehr kleinen Bestrahlungseinheiten bestrahlt. Auch im Klinikum Bayreuth kommt diese Behandlung bei sorgfältiger Indikationsstellung zum Einsatz. Vor allem bei älteren Patienten mit längerer Schmerzdauer von mehr als 3 Monaten ist die schmerzfreie Strahlentherapie in über 80 Prozent der Fälle erfolgreich. „Mit der intensiven wissenschaftlichen Arbeit bleiben wir Ärzte am Puls der Zeit und können unseren Patienten Behandlungen anbieten, die dem aktuellsten Stand der Forschung entsprechen." so Prof. Keilholz.

Prof. Keilholz betreute bis heute über 12 Doktorarbeiten und publizierte 50 wissenschaftliche Arbeiten in deutschen wie auch internationalen Fachzeitschriften. Zudem hält er Vorlesungen für Medizinstudenten im Fach Strahlentherapie und -biologie.

Prof. Keilholz wie auch seine Chefarztkollegen garantieren mit ihren wissenschaftlichen Forschungsprojekten die hohe Versorgungsqualität für die Patienten in der Klinikum Bayreuth GmbH.