Klinik für Thoraxchirurgie

Als überregionales Zentrum deckt die Klinik für Thoraxchirurgie das gesamte thoraxchirurgische Therapiespektrum für Kinder und Erwachsene ab.

Ein Schwerpunkt der Thoraxchirurgie ist die operative Behandlung von Tumoren der Lunge und des Mediastinums (Mittelfellraum) mit modernster Technik durch hochqualifizierte Expertinnen und Experten. Stadienabhängig können diese Operationen oftmals minimalinvasiv (VATS) durchgeführt werden. Auch die uniportale VATS ist ein bei uns etabliertes Verfahren.

Neben Eingriffen bei Lungentumoren und bei Metastasen, bei denen häufig eine Laserresektion durchgeführt wird, ist die operative Therapie des Pleuramesothelioms entsprechend internationaler Standarts etabliert.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Erkrankungen der Lunge und des Rippenfells. Auch hier stehen minimalinvasive Verfahren mit Einsatz modernster Technologie zur Verfügung.

Sehr großen Wert legen wir auf die interdisziplinäre Behandlung unserer Patienten. So kann vor Allem bei onkologischen Erkrankungen die bestmögliche Therapie gesichert werden. Das hohe Niveau der prä- und postoperativen Betreuung unserer Patienten wird durch exzellent ausgebildetes und sehr empathisches pflegerisches und ärztliches Personal in enger Zusammenarbeit mit der Krankengymnastik und der Schmerztherapie gewährleistet.

 

 

Ansprechpartner Leitung

Dr. med. Thomas Hoppert

Klinikdirektor (komm.)

Facharzt für Chirurgie, Thorax- und Gefäßchirurgie

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Thoraxchirurgie

Klinikum Bayreuth

Sekretariat
  0921 400-4904

Station 51
 0921 400-1510

Intensivstation 58
 0921 400-1580

 

Postanschrift

Klinik für Thoraxchirurgie
Klinikum Bayreuth
Preuschwitzer Str. 101
95445 Bayreuth

Notfall-Kontakt für einweisende Ärzte

Bitte nehmen Sie über den diensthabenden Arzt der Station 58 (Intensivstation) Kontakt zur Klinik für Thoraxchirurgie auf.

 0921 400-1580 (Intensivstation)

Dr. med. Hannah Skop

Funktionsoberärztin

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Die Thoraxchirurgie des Klinikums Bayreuth behandelt sämtliche bösartige Tumoren im Bereich des Brustkorbes mit hoher Kompetenz und mit großer operativer Erfahrung. Zu diesen Tumoren zählen

  • Lungenkrebs
  • Lungenmetastase
  • Tumoren des Mediastinums
  • Pleuratumoren
  • Tumoren der Brustwand

Der Lungenkrebs ist weltweit die führende Krebstodesursache. Jährlich erkranken in Deutschland rund 50.000 Menschen an Lungenkrebs. Eine Heilung ist möglich, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird und eine entsprechende Therapie eingeleitet wird.

Tumorboard

Das Behandlungskonzept jedes Patienten, bei dem die Diagnose „Lungenkrebs“ gestellt wurde, wird in einer Expertenkonferenz geplant. Diese setzt sich zusammen aus Radiologen, Strahlentherapeuthen, Pneumologen, Onkologen, Pathologen, Nuklearmedizinern und Thoraxchirurgen. So wird unter Berücksichtigung der aktuellen Leitlinien zur Behandlung des Lungenkarzinoms die bestmögliche Therapie individuell gesichert.

Standarttherapie

Die Therapiemöglichkeiten beim Lungenkarzinom bestehen aus
-    Operation
-    Chemotherapie
-    Strahlentherapie

Wenn der Lungentumor noch keine Metastasen verursacht hat, liegt der Schwerpunkt der Therapie bei der operativen Entfernung. Meist ist die Entfernung des betroffenen Lungenlappens mit sorgfältiger Entfernung sämtlicher, möglicherweise betroffener Lymphknotenregionen erforderlich. Abhängig von dem Tumorstadium kann auch die Entfernung eines Lungensegmentes ausreichend, aber auch die Entfernung eines kompletten Lungenflügels erforderlich sein. Die Entfernung eines kompletten Lungenflügels ist oftmals durch eine sogenannte Manschettenresektion vermeidbar. Bei diesen Operationen wird ein Anteil eines Bronchus oder der Pulmonalarterie zusammen mit dem Tumor entfernt und wieder rekonstruiert. Bei großen Tumoren oder wenn Lymphknotenmetastasen vorliegen, wird zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie empfohlen. Inoperable Lungentumoren, Knochen- oder Hirnmetastasen werden durch eine Bestrahlung wirkungsvoll behandelt.

Tumorstaging

Die Grundlage der Therapie ist ein exaktes Staging des Tumors. Hierzu dienen folgende Untersuchungen:
-    Lungenfunktionsprüfung
-    Laboruntersuchungen
-    Computertomographie des Brustkorbes (Thorax-CT)
-    Positronen-Emissions-Tomographie in Kombination mit einem CT(PET-CT)
-    Bronchoskopie, ggf. mit Ultraschall (EBUS)
-    MRT des Schädels

Patientenbegleitung

Unseren thoraxchirurgischen Patienten wird eine Patientenkoordinatorin zur Seite gestellt. Durch diese werden Behandlungs- und Untersuchungstermine innerhalb und außerhalb des Klinikums Bayreuth geplant und mit dem Patienten besprochen.

 

Im Mittelfell (Mediastinum) befinden sich sehr viele wichtige Organe: Herz, große Gefäße, Speiseröhre, Luftröhre sowie Lymphknoten. Aus der Vielzahl dieser Organe ergibt sich die Vielzahl möglicher gut- oder bösartiger Erkrankungen.

Thymom

Bei einem Thymom handelt es sich um einen Tumor der Thymusdrüse. Diese Tumoren können in benachbarte Gewebe wie die Lunge, den Herzbeutel, aber auch in große Gefäße einwachsen oder Metastasen verursachen. Kleine Thymome können meist thorakoskopisch entfernt werden, bei größeren ist ein operativer Zugang über eine Sternotomie erforderlich. In seltenen Fällen sind Eingriffe mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erforderlich. Aufgrund der Klinikstruktur als Krankenhaus der Maximalversorgung sind auch derartige komplexe Eingriffe am Klinikum Bayreuth möglich.

 

 

Das Pleuramesotheliom ist ein bösartiger Tumor des Rippenfells. Ausgelöst wird dieser Tumor in den meisten Fällen durch Asbestfasern, die als feiner Asbeststaub eingeatmet werden. Da ein Zeitraum von 20 - 40 Jahren zwischen der Asbestexposition und der Entwicklung des Pleuramesothelioms liegt, ist trotz des Verbotes von Asbest 1990 mit einem Erkrankungsgipfel in den nächsten Jahren zu rechnen.

Therapiemöglichkeiten

In Tumorstadien, in denen der Tumor keine Fernmetastasen verursacht hat, besteht die bestmögliche Therapie in einer vollständigen operativen Entfernung des Rippenfells und des Lungenfells zusammen mit dem Zwerchfell und Anteilen des Herzbeutels mit nachgeschalteter Chemotherapie.
Das wiederholte Auftreten von Pleuraergüssen kann durch eine Pleurodese durch Talkumpuder in palliativen Situationen im Rahmen eines kleinen Eingriffes verhindert werden.

 

Entsprechend des Anspruches an ein Krankenhaus der Maximalversorgung steht die Thoraxchirurgie rund um die Uhr für Notfalloperationen bereit.

Bei der COPD handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Lunge. In fortgeschrittenen Stadien leiden die Patienten unter ausgeprägter Atemnot bereits bei geringer körperlicher Belastung. Gekennzeichnet ist die COPD durch eine Überblähung der Lunge. Dies bedeutet, dass die Atemluft infolge einer Abnahme der Elastizität der Lungenbläschen nur noch schwer aktiv ausgeatmet werden kann. Es kommt zum Lungenemphysem, zu einer irreversiblen Überblähung der Lungenbläschen.

Therapie der COPD

Der Krankheitsprozess kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Das Ziel der Therapie ist deshalb, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Dies geschieht vorwiegend durch Inhalation von Medikamenten, welche die Bronchien erweitern, und durch Physiotherapie zur Verbesserung der Atemmechanik und der Sekretmobilisation. Unter speziellen Gegebenheiten kann eine operative Entfernung überblähter Lungenanteile sinnvoll sein.

Operative Eingriffe

Wenn die Indikation zu einer operativen Lungenvolumenreduktion besteht, wird diese als minimal-invasiver Eingriff als VATS durchgeführt.

 

Die Eingriffe an der Luftröhre können in drei Kategorien eingeteilt werden:

1.    Gutartige Veränderungen
2.    Verletzungen
3.    Bösartige Veränderungen

Bei gutartigen Veränderungen handelt es sich zumeist um Engstellen im Bereich der Luftröhre, die in Folge einer Vernarbung nach Langzeitbeatmung über ein Tracheostoma auftreten. Eine operative Korrektur ist zumeist über einen Zugangsweg durch die Vorderseite des Halses ohne Eröffnung des Brustkorbes möglich. In seltenen Fällen kommt es aber auch durch angeborene Fehlbildungen oder durch Lageanomalien der großen Gefäße des Brustkorbes zu hochgradigen Einengungen der Luftröhre, was operative Korrekturen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erforderlich macht.

Verletzungen der Luftröhre können bei Unfällen, aber auch bei medizinischen Maßnahmen auftreten. Es ist in diesen Fällen ein operativer Zugangsweg über die rechte Seite des Brustkorbes zur Rekonstruktion der Luftröhre erforderlich.

Bei Tumorerkrankungen ist es gelegentlich erforderlich, die Atemtätigkeit des Patienten während der Operation durch ein Lungenersatzverfahren wie die extracorporale Membranoxygenierung (ECMO) zu ersetzen. Dieses Verfahren ist im Klinikum Bayreuth gut etabliert.

 

Brustwandeingriffe

Bei größeren Eingriffen im Bereich der Brustwand, z.B. bei Entfernung größerer Tumoren, wird eine Rekonstruktion zur Wiederherstellung der Brustwandstabilität durchgeführt. Dies geschieht durch Implantation von Titanstreben, kombiniert mit einer Kunststoff-(Teflon) Membran mit zusätzlicher plastischer muskulärer Rekonstruktion. Durch die Zusammenarbeit mit der Klinik für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie des Klinikums Bayreuth sind auch technisch komplexe Operationen möglich.

Da auf thoraxchirurgischem Fachbereich oftmals Entscheidungen getroffen werden müssen, die einen weitreichenden und schwerwiegenden Einfluss auf den Verlauf einer Erkrankung beinhalten, steht die Thoraxchirurgie des Klinikums Bayreuth zur Einholung einer Zweitmeinung zur Verfügung. Dies kann unverbindlich im Rahmen einer persönlichen Vorstellung in der Sprechstunde, ggf. aber auch per E Mail erfolgen.