Eine junge Frau aus der Ukraine leidet an der Vorstufe eines Pankreastumors. Im Klinikum Bayreuth wird ihr geholfen. Auf sehr wirksame und sehr schonende Weise. Für Ivanna Cheshnevska wird dieses Weihnachten ein ganz besonders Fest.

Ivanna Cheshnevska ist glücklich. Sie ist gesund. Chefarzt Dr. Oliver Ponsel (rechts) hat die Vorstufe eines Bauchspeicheldrüsentumors per Schlüssellochmethode entfernt.

Für Ivanna Cheshnevska war die Diagnose ein Schock. Vorstufe zum Bauchspeicheldrüsenkrebs – mit gerade einmal 27 Jahren. Die junge Frau aus der Ukraine entschloss sich zu einer Operation am Klinikum in Bayreuth, über einen international tätigen Vermittler war ihr die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie empfohlen worden. Sie entschloss sich zur ersten minimalinvasiven Entfernung eines Pankreas-Tumors, die jetzt an dem Krankenhaus der maximalen Versorgungsstufe stattgefunden hat.

Nur fünf kleine Schnitte

Es sind nur fünf kleine Schnitte am Bauch der jungen Frau. Der kleinste fünf Millimeter, der größte drei Zentimeter. Groß genug aber, um Chefarzt Dr. Oliver Ponsel und Oberarzt Dr. Stephan Brandt von der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Klinikum Bayreuth GmbH, erstmals eine laparoskopische Operation zur Entfernung eines zystischen Tumors an der Bauchspeicheldrüse zu ermöglichen. „Der Eingriff ist problemlos und ohne Komplikationen verlaufen. Wir konnten die Milz der Patientin schonen“, sagt Chefarzt Ponsel nach der OP. Die minimalinvasive Therapie ist deutlich schonender für die Patientin als die bislang gängige Methode, die man ihr auch in ihrem Heimatland angeboten hatte. Deutlich schonender als ein großer Oberbauchschnitt, der eine Narbe hinterlässt, der Verwachsungen verursachen kann und der eine längere Regenerationsphase bedeutet. Am fünften Tag nach der für sie lebensrettenden Operation ist Ivanna Cheshnevska bereits wieder auf den Beinen.

Ivanna hatte Glück im Unglück

Die junge Frau aus der Ukraine, die für diese Operation den weiten Weg nach Bayreuth auf sich genommen hat, hatte Glück im Unglück. Nicht nur, weil sie zwei erfahrene Operateure fand, die sie mit der Schlüssellochmethode operierten. Auch und vor allem, weil sie zu dem relativ kleinen Anteil an Patienten mit Bauchspeicheldrüsentumoren gehört, die von einer Operation profitieren. „Es gibt Patienten wie Frau Cheshnevska, die sofort operiert werden können“, sagt Chefarzt Ponsel. Das sind die wenigsten. Es gibt Patienten, deren Tumor mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung so weit zurückgedrängt werden kann, dass eine Operation möglich ist. Und es gibt Patienten, bei denen es für eine Operation zu spät ist. Das sind etwa 70 Prozent. „Pankreaskarzinome sind besonders heimtückisch“, sagt Dr. Ponsel. Sie sind extrem aggressiv, streuen schnell und werden spät  diagnostiziert.

"Das ist ein großer Erfolg"

„Dieser sehr gut verlaufene erste laparoskopische Eingriff an der Bauchspeicheldrüse ist für uns ein großer Erfolg“, sagt Dr. Ponsel. „Wir werden diese Methode weiter ausbauen und künftig verstärkt einsetzen.“ Auch damit sieht Dr. Ponsel das Darm- und Pankreaskarzinomzentrum, dessen Leiter er ist, weiter auf einem guten Weg. Im Jahr 2018 hat sich die Zahl der Primärfälle eines Pankreaskarzinoms auf fast 60 deutlich erhöht. Auch die Zahl der Operationen hat sich mit fast 40 Fällen mehr als verdoppelt.