Dr. Jürgen Dolderer und sein Team helfen Patienten, indem sie Körperfunktionen und Körperform wiederherstellen.

Wie ist er denn so, der Herr Dr. Dolderer? "Großartig", sagt Luis. Privatdozent Dr. Jürgen Dolderer hat den Jungen nach einer schweren Handverletzung mehrfach operiert. Zuletzt im Klinikum Bayreuth.

Plastische Chirurgie – sind das ästhetische Operationen? „Die Plastische Chirurgie umfasst viel mehr“, sagt  Privatdozent Dr. Jürgen Dolderer. Der 49-Jährige ist Leiter der neuen Plastischen, Rekonstruktiven, Ästhetischen und Handchirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH „Wir arbeiten in einer  fachübergreifenden Disziplin, die sich durch spezielle Operationstechniken und Methoden auszeichnet“, sagt Dolderer.

Sie leisten Millimeterarbeit

Er und sein Team helfen Patienten nach schweren Operationen, nach ernsten Verletzungen, nach komplexen Tumorentfernungen oder großen Verbrennungen. In Millimeterarbeit führen sie Nerven, Blut- und Lymphgefäße wieder zusammen, ersetzen Knochen und Sehnen oder transplantieren Gewebe transplantieren. Anders gesagt: Sie stellen Körperfunktionen und -form wieder her. Einige neue Operationstechniken hat  Dolderer selbst mit- und weiterentwickelt, besonders in dem Bereich Lymph- und Mikro- sowie Handchirurgie.

Kooperationspartner für viele Fachbereiche

Dolderer ist ein Team-Player, das bringt seine medizinische Disziplin mit sich. Denn sein Fachbereich ist Kooperationspartner vieler anderer Kliniken unter dem Dach des einzigen Krankenhauses der maximalen Versorgungsstufe in Oberfranken. Wenn Chirurgen einen Tumor entfernt haben, kümmert sich Dolderer mit seinem Team um die Weichteilrekonstruktion. Wenn Ärzte eine schwere Verletzung versorgt und das Leben des Patienten gerettet haben, kann er Nerven wieder herstellen, Knochen transplantieren, Gewebe transferieren. Er kann aus einer Zehe einen Daumen machen, er kann Gelenke verpflanzen. Und er kann eine Brust aus Eigengewebe rekonstruieren, wenn es bei Krebs keinen anderen Weg als eine Operation gab.

Die Zusammenarbeit funktioniert

Das heißt auch:  Dolderer ist meist dann dran, wenn seine Mediziner-Kollegen aus unterschiedlichen Fachrichtungen ihren Teil getan haben. Und das sind viele – für  Dolderer durchaus ein Kriterium, um nach Bayreuth zu kommen. Denn hier wird er gebraucht. „Ich erlebe hier an der Klinikum Bayreuth GmbH ein sehr gut funktionierende Zusammenarbeit der Fachrichtungen“, sagt der Mediziner. „Traumazentrum und Brustzentrum, onkologisches Zentrum, Wundzentrum, das neue Adipositaszentrum und noch viele mehr: Die interdisziplinäre Ausrichtung dieser Zentren wirkt sehr positiv.“

Aufbauen - "das ist mein Naturell"

Eine Sekretärin, ein Assistenzarzt, eine Fachärztin, ein Oberarzt – und er. Das ist die Gruppe, die die neue Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH jetzt aufbaut. Neben der Größe des Hauses und dessen Bedarf an plastischer Chirurgie, ist es genau diese Aufbauarbeit, die Dolderer reizt. Vor fünf Jahren hatte er an der Universitätsklinik Regensburg eine ähnliche Aufgabe übernommen und Aufbauarbeit mit sehr positiver Entwicklung geleistet. „Das mache ich gerne. Das ist mein Naturell.“ Mit seiner jetzigen Mannschaft „kann man schon ganz schön viel leisten“, sagt er. „Und die Rahmenbedingungen passen.“ Er und sein Team wollen mit der Klinikum Bayreuth GmbH wachsen. Dass das Haus in absehbarer Zukunft in den Rang einer Universitätsklinik aufrückt, werde die Dynamik noch erhöhen.

Der kleine Louis begleitet ihn

So positiv die Voraussetzungen und Perspektiven sein mögen – was motiviert Privatdozent Dr. Jürgen Dolderer ganz persönlich? Ein Wort fällt im Gespräch mit ihm immer wieder. Lebensqualität. „Ich möchte, dass unsere Patienten nach ihrer Erkrankung oder Verletzung ein möglichst normales Leben mit möglichst wenig Einschränkungen oder Stigmatisierungen leben können.“ So wie der kleine Louis, der sich beim Spielen so schwer an der Hand verletzt hatte. Sehnen, Gefäße und Nerven seiner Hand waren fast vollständig zerstört. Und auch die Hälfte der Fingerknochen war weg. Als er von diesem Unglück hörte, setzte sich  Dolderer ins Auto, fuhr in die Klinik. Eine Nacht lang stand er im Operationssaal. „Wir haben es hinbekommen, die Finger des Jungen zu retten.“ In den vergangenen zweieinhalb Jahren waren noch weitere Eingriffe nötig. Und der inzwischen nicht mehr ganz so kleine Junge kommt jetzt auch ans Klinikum Bayreuth. Für die letzten noch notwendige Operationen. „Er hat mich über Jahre begleitet – und ich durfte ihn begleiten“, sagt Dolderer. Louis kann seine Hand weitgehend normal bewegen. Wenn das keine Lebensqualität ist.

 

Info: Mehr über das Leistungsspektrum der Plastischen, Rekonstruktiven, Ästhetischen und Handchirurgie der Klinikum Bayreuth GmbH finden Sie im Internet unter www.klinikum-bayreuth.de unter dem Menüpunkt Kliniken & Einrichtungen. Wenn Sie Fragen stellen oder Kontakt mit Privatdozent Dr. Dolderer und seinem Team aufnehmen möchten, können Sie dies per E-Mail (plastischechirurgie@klinikum-bayreuth.de) oder telefonisch unter der Nummer 0921/400-5303 tun.

 

Zur Person:Privatdozent Dr. Jürgen Dolderer ist in Schwäbisch-Gmünd geboren. Sein Studium absolvierte er in Frankfurt/Main. Am dortigen Krankenhaus Nordwest wurde er Facharzt für Allgemeinchirurgie. Im australischen Melbourne forschte und arbeitete  Dolderer drei Jahre lang, ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft machte dies möglich. Seine weiteren beruflichen Stationen waren die Universitätskliniken der BG-Klinik in Ludwigshafen und der BG-Klinik in Tübingen, wo er den Titel Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und zusätzlich für Handchirurgie erwarb und sich dadurch ein großes Spektrum der Plastischen, Rekonstruktiven, Ästhetischen und Handchirurgie aneignen konnte. Viele weitere klinische Studienaufenthalte und Gastprofessuren im Ausland kamen hinzu. In den vergangenen fünf Jahren war der 49-jährige Mediziner in Regensburg tätig und dort als stellvertretender Leiter für den klinischen und organisatorischen Ablauf eines Standortes des Universitätsklinikums zuständig. Dolderer ist neben seinen medizinischen Qualifikationen auch Master of Health Business Administration (MHBA) und leitet in seinem Urlaub Einsätze für Interplast Deutschland in Afrika, um dort mit seinem Team durch plastisch-chirurgische Operationen verletzten Kindern und Erwachsenen zu helfen.