Virtuelles MRT direkt im Operationssaal
Die Klinik für Neurochirurgie am Klinikum Bayreuth setzt neue Technologie zur Kontrolle von Hirntumor-Operationen ein.
Die Klinik für Neurochirurgie am Klinikum Bayreuth hat ihre technische Ausstattung für die intraoperative Navigation weiter modernisiert. Mit der neuen Technologie können während einer Hirntumor-Operation Ultraschallbilder direkt mit zuvor aufgenommenen MRT-Bildern fusioniert werden. Dadurch steht den Neurochirurgen während des Eingriffs eine Art „virtuelles MRT“ zur Verfügung. Möglich wird dies durch die Kombination der neuen Navigations-Technologie mit einem intraoperativen Ultraschall. Die während der Operation erzeugten Ultraschallbilder werden in die Navigationssoftware von BrainLAB integriert und mit den vorhandenen MRT-Daten des Patienten zusammengeführt.
„Wir können damit erstmals intraoperativ Ultraschall mit dem MRT zusammenführen und so ein virtuelles MRT im Operationssaal erzeugen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Linsler, Direktor der Klinik für Neurochirurgie an der Klinik Hohe Warte. „Damit erreichen wir bei der Kontrolle der Tumorresektion einen neuen Standard.“ Für die Patientinnen und Patienten liegt der entscheidende Vorteil in der unmittelbaren Kontrolle während der Operation: Die Neurochirurgen können mithilfe der fusionierten Bildgebung überprüfen, wie weit die Entfernung des Tumorgewebes fortgeschritten ist. Die gewonnenen Informationen können anschließend direkt in die weitere Operationsplanung einfließen.
Gerade bei Hirntumoren kommt es auf eine möglichst vollständige Entfernung des Tumorgewebes an – gleichzeitig müssen wichtige und funktionell bedeutsame Strukturen des Gehirns geschont werden. Eine präzise intraoperative Bildgebung kann dabei eine wichtige Unterstützung sein. „Für mich ist das nochmals ein Meilenstein, den wir mit der intraoperativen Ausstattung und Bildgebung hier in Bayreuth erreichen“, sagt Linsler. Die Kombination aus Navigation und intraoperativem Ultraschall biete eine hochwertige Möglichkeit zur Resektionskontrolle, ohne dass dafür ein intraoperatives MRT erforderlich sei.
Die neue Technik ist bereits im klinischen Einsatz. In den vergangenen beiden Wochen wurden die ersten Patientinnen und Patienten mit dem neuen System operiert. „Die ersten Bilder sind wirklich sehr gut geworden und das Verfahren hat hervorragend funktioniert“, berichtet Prof. Linsler. Damit erweitert die Klinik für Neurochirurgie am Klinikum Bayreuth ihre Möglichkeiten in der modernen, bildgestützten Neurochirurgie und schafft zusätzliche Voraussetzungen für eine präzise und kontrollierte Behandlung von Hirntumoren.

