Bald kickt Amir wieder

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Ein Junge aus Kabul wird an der Klinikum Bayreuth GmbH gesund.

Als wir Amirs Zimmer auf einer Station der Klinik für Kinder und Jugendliche der Klinikum Bayreuth GmbH betreten, läuft Fußball auf dem kleinen Bildschirm an seinem Bett. Vor ein paar Wochen war nicht daran zu denken, dass Amir mal wieder selbst Fußball spielen könnte. Das sieht jetzt ganz anders aus.

Ein Land im Chaos
 
Amir ist elf Jahre alt, er kommt aus Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan. Was dort gerade geschieht, ist fast jeden Abend in den Nachrichten zu sehen. Die Taliban haben die Kontrolle übernommen, weite Teile der Bevölkerung leiden. Auch und besonders Amir. Der Junge hatte eine große Wunde am Bein. Ob es eine Schussverletzung war oder doch eher ein großer Schnitt, so genau kann das niemand mehr sagen. Und auch Amir kann es nicht sagen, er spricht kaum Deutsch oder Englisch. Fakt ist, dass sich die Wunde immer wieder neu infiziert hat, dass die Infektion den Knochen angegriffen hat. Und dass Amir nicht mehr zur Schule gehen konnte.
 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsorganisation Friedensdorf International wurden auf den Jungen aufmerksam. Mit ihrer Hilfe gelang Amir die große Reise nach Deutschland, die ihn am 14. Februar 2023 an das Klinikum Bayreuth brachte. Die Kinderklinik des Krankenhauses der maximalen Versorgungsstufe ist Kooperationspartner von Friedensdorf International, behandelt regelmäßig Kinder und Jugendliche aus Kriegs- und Krisengebieten.

Viele Ärzte - und ein gutes Ende
 
Kinderärzte, Unfallchirurgen und Plastische Chirurgen haben sich seither um Amir gekümmert. Zwei Operationen fanden innerhalb von nur drei Wochen statt. Den Knochen haben die Bayreuther Ärzte gerettet, die Infektion in den Griff bekommen und die große Wunde mit Amirs eigenem Gewebe und eigener Haut aus dem Oberschenkel mikrochirurgisch transplantiert und verschlossen. „Die Wunde ist reizlos“, sagt Prof. Dr. Jürgen Dolderer, Direktor der Klinik für Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH. „Amir kann sein Bein wieder voll belasten.“ Ein paar Wochen lang wird er noch einen Kompressionsstrumpf tragen müssen.
Und danach kann er wieder kicken.
 
Info: Seit 1967 hilft Friedensdorf International verletzten und kranken Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten. Kinder werden zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt und weltweite Projekte verbessern die medizinische und humanitäre Versorgung in den Heimatländern. Finanziert wird diese Hilfe ausschließlich aus Spenden. Die Klinikum Bayreuth GmbH gehört zu den Partnerkrankenhäusern von Friedensdorf International. Wenn Sie Friedensdorf International unterstützen wollen, schauen Sie bitte ins Internet: www.klinikum-bayreuth.de/spenden
 
 

 

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Abschlussuntersuchung: Prof. Dr. Jürgen Dolder, Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie, und seine Kolleginnen und Kollegen aus der Unfallchirurgie und der Kinderklinik sind froh darüber, wie gut es Amir geht.