zurück zur übersicht

Das Ziel unserer speziell ausgebildeten Ärzte und für das Schmerzmanagement geschulten Pflegekräfte (Pain Nurse) ist es, menschlich und kompetent im postoperativen Bereich für eine optimale Schmerztherapie unserer Patienten jeder Altersgruppe zu sorgen.

Vorrangiges Ziel der modernen Schmerztherapie ist die individuell angepasste Linderung starker Schmerzen bei möglichst geringer Nebenwirkungsrate. Welches Schmerztherapieverfahren infrage kommt, wird individuell mit ihnen im Rahmen der Narkoseaufklärung besprochen. Dabei arbeitet der Akutschmerzdienst eng mit allen Kliniken, Stationen und der Intensivstationen im Rahmen eines interdisziplinären Schmerzkonzeptes zusammen.

Die für sie vielleicht ungewohnte und beängstigende Zeit um die Operation sicher, angenehm und so erträglich wie nur möglich zu gestalten ist unsere Intention.

Einen Flyer mit allen Informationen über unsere Klinik können Sie hier downloaden.

Prof. Dr. Jörg Reutershan

Prof. Dr. Jörg Reutershan
Chefarzt

0921 400-5102
0921 400-5109

  • 1

Akutschmerzdienst

Klinikum Bayreuth

Ebene 3
 0921 400-755190
 0921 400-5199
 akutschmerzdienstklinikum-bayreuth.de

Postanschrift

Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin / Akutschmerzdienst
Klinikum Bayreuth
Preuschwitzer Str. 101
95445 Bayreuth

Dr. Markus Finckh

Dr. Markus Finckh
Oberarzt

Facharzt für Anästhesie, spezielle Intensiv- und Notfallmedizin

0921 400-0

E-Mail schreiben

  • 1

Bei Schmerzen nach großen Operationen bieten wir ihnen moderne und wirkungsvolle Behandlungsverfahren an. Mit der sogenannten patientenkontrollierten Analgesie (PCA) können sie ihren Schmerz selbst managen. An einem epiduralen, regionalen oder intravenösen Katheter schließen wir eine spezielle Pumpe an, welche sie selbst bedienen. Über eine Bolusgeber können sie in vorher festgelegten Zeitabständen eine bestimmte Dosis eines Schmerzmittels abrufen.

Alternativ bieten wir ihnen auch nicht medikamentöse Schmerztherapiemaßnahmen an. Diese sind z.B. Akupunktur, TENS oder Aromatherapie.

Patienten Kontrollierte Intravenöse Analgesie (PCIA)

Die PCIA-Pumpen werden in der Regel mit starken Schmerzmitteln vom Morphin-Typ gefüllt. Der Patient kann per Knopfdruck selbst entscheiden, wann und wie viel Schmerzmittel abgegeben werden soll. So können Schmerzen bereits bekämpft werden bevor diese stärker werden und die Medikamentengabe aussetzen wenn diese nicht notwendig ist. Eine versehentliche Überdosierung wird durch eingebaute Kontrollmechanismen (Sperrzeit) verhindert.

Alle in der Abbildung blau dargestellten Schmerzregionen sind mit dem PCIA - Verfahren erreichbar.


Patienten Kontrollierte Sublinguale Analgesie (PCSA)

Als nicht-invasive Alternative zur intravenösen Medikamentengabe steht unseren Patienten das PCSA-System zur Verfügung. Durch ein handliches, vorprogrammiertes, mit einer 20-minütigen Sperrzeit versehenes Applikatiosgerät, ist es dem Patienten möglich sich eine kleine Sublingualtablette (starkes Schmerzmittel vom Morphin-Typ) unter der Zunge zu plazieren. Alle in der Abbildung rot dargestellten Schmerzregionen sind mit dem PCSA - Verfahren erreichbar.


Patienten Kontrollierte Epidurale Analgesie (PCEA)

Bei Eingriffen an Brustkorb, Bauch und Beinen werden nahe im Bereich der Wirbelsäule, aber noch außerhalb des Rückenmarks Periduralkatheter (= PDK) eingeführt. Über diese Katheter werden mit Hilfe einer PCEA - Pumpe kontinuierlich örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) und gegebenenfalls starke Schmerzmittel gegeben. Über einen Bonusgeber kann der Patient per Knopfdruck sich bei Schmerzspitzen einen zusätzliche Dosis abfordern. Eine versehentliche Überdosierung wird durch eingebaute Kontrollmechanismen (Sperrzeit) verhindert.

Alle in der Abbildung gelb dargestellten Schmerzregionen sind mit dem PCEA-Verfahren erreichbar.


Patienten Kontrollierte Regional Analgesie (PCRA)

Bei Eingriffen an Armen und Beinen werden häufig Nervenblockaden durchgeführt (z.B. Nervus femoralis Katheter, Scalenus Katheter). Über diese Katheter werden mit Hilfe einer PCRA - Pumpe kontinuierlich örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) gegeben.

Alle in der Abbildung grün dargestellten Schmerzregionen sind mit dem PCRA - Verfahren erreichbar.


Tabletten und Tropfen

Es stehen in unserer Klinik moderne gut verträgliche Schmerztherapien in Tablettenform zur Verfügung. Die Pflegerinnen und Pfleger auf den Station können ihnen daher zeitnah das geeignete Medikament zur Verfügung stellen. Gerne empfehlen wir ihnen ein Zeitschema, um eine erfolgreiche Therapie zu gewährleisten.


Infusionen

Nach der Operation erhalten sie die Schmerzmedikamente meist Intravenös, das heißt über ihren Venenzugang. Dabei stehen uns verschiedene Medikamente mit unterschiedlichen Wirkstoffen zur Verfügung, die in Dosis und Zusammensetzung individuell auf sie abgestimmt werden.


Nichtmedikamentöse Schmerztherapie

Häufig werden Schmerzen durch andere Faktoren, wie z.B. körperliche Verspannungen oder Übelkeit verstärkt. Diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig ungünstig. Um dem entgegenzuwirken, bieten wir ihnen die folgenden ergänzenden Therapiekonzepte an.


Akupunktur

Unser klinikinternes Konzept zur Akupunktur ist eine ergänzende gut wirksame Maßnahme. Das Therapiekonzept ist schlüssig und relativ einfach bei fast jeden Patienten durchführbar. Grundsätzlich lassen sich funktionale Störungen wie z.B. Schmerzen, Stärkung der körpereigenen Abwehr, Übelkeit, Erbrechen und Stimmungsschwankungen effektiv mit diesen Verfahren behandeln. Die Therapiemethode lässt sich gut mit anderen Therapien kombinieren, wie der Aromatherapie oder TENS.


Aromatherapie

Die Aromatherapie im Rahmen des Akutschmerzdienstes soll eine sinnvolle und schonende Ergänzung bieten. Sie ist daher keine „alternative“ Therapie, sondern ein Verfahren komplementär zur konventionellen Schmerzmedizin. Es stehen verschiedene hochwertige 100% naturreine Öle zur lokalen Anwendung zur Verfügung.

Unsere BioAirsprays schenken ein wohltuendes Dufterlebnis, sie schaffen ein angenehmes Raumklima. Das Ziel ist die Zufriedenheit der Patienten zu steigern, die Stimmungslage zu verbessern, Symptome zu lindern und Ängste zu nehmen.


TENS

Transkutane Elektrische Nerven Stimulation (TENS) bedeutet: Applikation elektrischer Impulse, die durch die Haut auf die Nerven einwirken.

Mit handlichen, batteriebetriebenen digitalen 2-Kanal-Geräten werden gezielt Nerven am Körper mit elektrischen Impulsen erreicht und gereizt. In vielen Fällen wird diese Stimulation die Schmerzwahrnehmung des Patienten deutlich reduzieren oder sogar ganz aufheben.


Physikalische Maßnahmen, Lagerung

Die Kollegen der Gesundheit und Krankenpflege auf den Allgemeinstationen und die Physio-, und Ergotherapie bieten ihnen spezielle physikalische Maßnahmen, wie entlastende Lagerungen, Mobilisation mit Bewegungstherapie und thermische Verfahren (z.B. Kühlkompressen) an.

Eigene Möglichkeiten zur Schmerzbeeinflussung

Neben Medikamenten können auch andere Maßnahmen Ihr Schmerzempfinden beeinflussen. Die Schmerzen können hierdurch deutlich reduziert werden.

  • Denken Sie daran, dass Schmerzen nach einer Operation normal sind und wieder verschwinden.
  • Ihr Behandlungsteam kann Ihnen schmerzarme Bewegungsabläufe oder Husttechniken zeigen.
  • Achten Sie auf Ihre Atmung. Versuchen Sie ruhig und gleichmäßig zu atmen.
  • Gibt es etwas, das Sie ablenkt? Vielleicht Musik (bringen sie ihre Lieblingsmusik mit), Lesen (Zeitschrift oder Buch nicht vergessen) oder Gespräche mit Angehörigen.
  • Machen Sie sich Mut. Sie schaffen das!
  • Falls Sie Kenntnisse über Muskelentspannung oder autogenes Training haben, dürfen Sie diese gerne anwenden.
  • Manchmal hilft es schon, sich in eine andere Position zu bringen. Unser Personal der Station unterstützt sie gerne, wenn sie dabei Hilfe brauchen.
  • Kälte oder Wärme hilft oftmals. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam der Station.

Geräteausstattung

Unserem Akutschmerzteam stehen 16 smiths medical CADD - Solis V 3.0 Schmerzpumpen der neusten Generation, 10 CADD Legacy Pumpen und 4 Sufentanil-Sublingual-Tabletten-Systeme zur Verfügung.

Schmerzassistenz Fortbildung - die aktive Rolle der Pflege

Die Therapie und das Management von Schmerzen ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal für die Behandlung stationärer Patienten. Hier hat die Schmerzassistenz eine zentrale Rolle, denn sie ist das Bindeglied zwischen Patient, Arzt und Pain Nurse.

Vertiefen sie ihr Wissen um ihre Kompetenz für ein sicheres Management akuter und chronischer Schmerzen.
Aktuelle Termine zu dieser Fortbildungsreihe entnehmen Sie bitte den aktuellen Flyer.
Wir freuen uns darauf sie zu unserer Fortbildungsveranstaltung begrüßen zu dürfen.

Hier finden Sie mehr Informationen zur Weiterbildung Pflegeexperte(in) für Nicht-Medikamentöses Schmerzmanagement (P.N.M.S.)

Quips - Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie

ist ein multizentrisches, interdisziplinäres Benchmark-Projekt zur Verbesserung der Akutschmerztherapie in in operativen Zentren/Krankenhäusern. Ziel ist die Verbesserung der Ergebnisqualität in der postoperativen Schmerztherapie durch eine standardisierte Erhebung weniger Qualitätsindikatoren, ihre Analyse und Rückmeldung an die beteiligten Kliniken. Ein webbasiertes automatisiertes Feedback ermöglicht internes und externes Benchmarking sowie eine kontinuierliche Verlaufsbeobachtung.

Neben Körpertemperatur, Puls, Blutdruck und Atmung ist die Schmerzempfindung der fünfte zu registrierende Vitalparameter. Eine Schmerzmessung und Dokumentation wird bei uns in der Klinik durch die behandelnden Ärzte und Pflegekräfte im Folgenden durchgeführt:

  • Innerhalb der ersten 24 h postoperativ, z.B. alle 2 h nach einer größeren Operation
  • Bei neu auftretenden Schmerzen
  • Bei stärker gewordenen Schmerzen
  • Vor und 30 min nach einer nicht pharmakologischen Intervention
  • Vor und nach jeder Schmerzmittelgabe analog zur Wirkzeit des Medikaments, in der Regel 30 min nach i.v.-Gabe bzw. 60 min nach oraler Gabe
  • Mindestens alle 8 h bzw. 1-mal pro Pflegeschicht

Die Schmerzmessung ist von elementarer Wichtigkeit! Die Schmerzstärke gibt der Patient i.d.R. selbst an gemäß des Grundsatzes „Wenn es um den Schmerz geht, hat der Kranke recht!“(Selbsteinschätzung). Ist dies nicht möglich (Säuglinge, Kleinkinder, Patienten mit eingeschränkter Bewusstseinslage oder Demenz, erfolgt eine Fremdeinschätzung durch den Arzt den Pflegekräften oder der Pain Nurse.

WICHTIG FÜR SIE ALS PATIENT

Die Schmerzintensität wird mithilfe verschiedener Skalen gemessen.

  • Visuelle Analogskala (VAS): Schmerzintensität zwischen 0 (kein Schmerz) und 10 (unerträglicher, extrem starker Schmerz)
  • Numerische Rating-Skala (NRS): 0-10
  • Verbale Rating-Skala VRS): kein - gering - mäßig - mittel - stark - sehr stark

In unseren Flyer wird die Schmerzmessung genau erläutert. Sollten sie hierzu Fragen haben können sie sich gerne an das Behandlungsteam wenden.

(Quelle: Repetitorium Schmerztherapie 3. Auflage)

Die Definition für "Schmerz" nach der International Association for the Study of Pain (IASP 1997) lautet:

Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenzieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.

Akuter Schmerz hat als Warnsystem eine physiologisch sinnvolle, lebenserhaltende Funktion, da er schmerzvermeidendes bzw. heilungsförderndes Verhalten auslöst. Der akute Schmerz wurde bereis von Homer in der Ilias als "bellender Wachhund der Gesundheit" beschrieben.

Chronischer Schmerz besitzt keine physiologische Bedeutung. Er hat nicht nur seine Warnfunktion verloren, sondern schädigt den Körper im Sinne einer eigenständigen Schmerzkrankheit.

(Quelle: Repetitorium Schmerztherapie 3. Auflage)

Gegen den Schmerz - sanft und wirkungsvoll

Es muss nicht immer nur ein Medikament sein. Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege fordert Pflegekräfte in Krankenhäusern,...

Weiterlesen

Alle Meldungen

Keine Nachrichten verfügbar.

Alle Veranstaltungen

Keine Nachrichten verfügbar.

Alle Stellenanzeigen