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Das Leistungsspektrum des Institut für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie (ILM) umfasst die

  • Klinische Chemie (inkl. Hämatologie/Hämostaseologie)
  • Transfusionsmedizin (Immunhämatologie/ Blutdepot)
  • Mikrobiologie/Infektiologie
  • Molekulare Diagnostik

Als Zentrallabor versorgt das ILM an den beiden Standorten der Klinikum Bayreuth GmbH die Kliniken rund-um-die-Uhr an allen Tagen der Woche mit diagnostischen Leistungen und labormedizinischer bzw. infektiologischer Beratung. Das ILM erbringt jährlich ca. 3 Millionen Untersuchungen in der Basisdiagnostik und in den verschiedenen Spezialbereichen.

Das Institut steht für eine integrierte, schnelle, vor Ort verfügbare und ärztliche Laboratoriumsmedizin/ Mikrobiologie. Hierbei sehen wir unseren Auftrag auch in der sorgfältigen Abwägung der medizinischen Notwendigkeiten und der finanziellen Rahmenbedingungen.

Die Leistungen werden von einem Team bestehend aus 3 Ärzten, 42 Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistentinnen und 2 Medizinischen Fachangestellten erbracht.

Die moderne apparative Ausstattung beider Betriebsstätten des Instituts mit Messgeräten und Analysensystemen entspricht dem Stand der Technik.

Dr. med. Sven Schimanski

Dr. med. Sven Schimanski
Chefarzt

0921 400-5802
0921 400-5809

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  • 1
 Helga Rosenbaum

Helga Rosenbaum
Sekretariat

0921 400-5802
0921 400-5809

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  • 1

Institut für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie

Klinikum Bayreuth

Postanschrift

Institut für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie
Klinikum Bayreuth
Preuschwitzer Str. 101
95445 Bayreuth

Erreichbarkeit des ILM

Während der regulären Dienstzeiten (werktags von 8 bis 16 Uhr)

Sekretariat ILM
 0921 400-5802
 0921 400-5809
 ilm.sekretariatklinikum-bayreuth.de


Außerhalb der regulären Dienstzeiten (rund-um-die-Uhr, 24/7)

 0921 400-5888 (Notfallnummer ILM)

oder über die Pforte des Klinikum Bayreuths
 0921 400-00

Dr. med. Thomas Bollinger

Dr. med. Thomas Bollinger
Oberarzt

Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie

0921 400-5802
0921 400-5809

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  • 1
 Ursula Weitmeier

Ursula Weitmeier
Leitende MTLA Klinikum Bayreuth
Leitende MTLA Betriebsstätte Klinikum

0921 400-5880
0921 400-5809

E-Mail schreiben

  • 1

Klinische Chemie

Enzyme, Elektrolyte, Metabolite, Substrate, Elektrophorese / Immunfixation, Hormone, Vitamine, Tumormarker, Medikamente, Drogen

Hämatologie

Blutbilder, Anämiediagnostik, Durchflußzytometrie (Lymphozytensubtypisierung, Stammzellmessung)

Hämostaseologie

Globaltests, Gerinnungsfaktoren, Monitoring neue Antikoagulantien, Thrombophilie-Diagnostik

Immunologie

Entzündungs-/Infektionsmarker (CRP, PCT, IL-6), Autoantikörper, Allergiediagnostik

Liquordiagnostik

Basisdiagnostik, Reiber-Diagramm, oligoklonale Banden, Antikörperspezifische Indices (ASI), Erregerdirektnachweis (Gram-Präparat, Kultur, PCR)


Blutdepot / Immunhämatologie

Bereitstellung von Blutprodukten (Erythrozyten-/ Thrombozytenkonzentrate, Frischplasma), Blutgruppenbestimmung, Antikörpersuchtests, Verträglichkeitsprobe (Kreuzprobe), Transfusionsmanagement


Mikrobiologie

Keimidentifizierung (MALDI-TOF-Massenspektrometrie), Resistenztestung, Pilz-Diagnostik, Screening auf multiresistente Erreger (MRSA, VRE, ESBL, MRGN3/4, Carbapenase-positive Erreger)

Infektionsserologie

Hepatitis A/B/C, HIV, Herpesviren (Herpes-simplex-Virus, Varizella-zoster-Virus), Borreliose, Lues, Masernvirus, Rötelnvirus, Streptokokken-Antikörper


Molekulare Diagnostik

MRSA-PCR, Influenza/RSV-PCR, Clostridium difficile-PCR, Tbc-PCR, Norovirus-PCR, Erreger Atemwegsinfektionen (Multiplex-PCR), Erreger Gastroenteritis (Multiplex-PCR), Enterovirus-PCR

Integrierte Labordiagnostik

  • Klinische Chemie (inkl. Hämatologie, Hämostaseologie)
  • Transfusionsmedizin (Immunhämatologie/Blutdepot)
  • Mikrobiologie/Infektiologie
  • Molekulare Diagnostik

Durch eine gemeinsame Bearbeitung der Proben und die Zusammenschau der Befunde ergeben sich vielfältige Möglichkeiten zur Verbesserung der Patientenversorgung.

Beispiele:

  • Integrierter Laborbefund aus den Bereichen Mikrobiologie und Klinische Chemie: In einem Laboratorium, das die Bereiche Mikrobiologie und Klinische Chemie organisatorisch zusammenfasst, können die Ergebnisse des Erregernachweises und der Entzündungsreaktion (Proteine und Zellen der Körperabwehr) einfach zusammengeführt und gemeinsam interpretiert werden. Dies ermöglicht eine umfassende labormedizinische Betrachtung einer Infektionserkrankung.
  • Bearbeitung mikrobiologischer Proben rund-um-die-Uhr: In einem integrierten Laboratorium kann der Ablauf so organisiert werden, dass mikrobiologische Proben rund-um-die-Uhr (24/7) bearbeitet werden. Das Absterben von empfindlichen Erregern aufgrund von langen Probenlagerungszeiten wird vermieden und die Zeit bis zum Ergebnis reduziert.

Schnelle Diagnostik

Eine schnelle, vor Ort verfügbare Diagnostik kann für den Patienten lebensrettend sein. 

In vielen Fällen kann eine schnelle Laboratoriumsdiagnostik dazu beitragen, die notwendige Therapie unmittelbar und zielgerichtet einzusetzen - oder auch auf eine unnötige Behandlung mit möglichen Nebenwirkungen und Kosten zu verzichten!

Selbstverständlich sind gerade an diese Diagnostik hohe Anforderungen bezüglich der Zuverlässigkeit der Messung zu stellen.

Beispiele

  • Herzinfarktdiagnostik: Troponinkonzentration im Blut
  • Unklare Blutungsneigung: Gerinnungsdiagnostik (TPZ, PTT, Antithrombin, Faktor XIII)
  • Besiedelung mit multiresistenten Erregern: MRSA-PCR-Nachweis aus Nasenabstrich
  • Durchfälle nach Antibiotikagabe: Clostridium difficile-PCR aus Stuhlproben

Das ILM bietet diese und andere besonders relevante Laboruntersuchungen rund-um-die-Uhr an allen Wochentagen an (24/7).

Ärztliche Laboratoriumsmedizin

Das ILM steht für eine Laboratoriumsmedizin, die in den Kliniken und am Patientenbett präsent ist. Grundlage für dieses Konzept ist eine ärztliche Leitung mit umfangreichen medizinischen Beratungsaufgaben.

Bei den laboratoriumsmedizinischen Untersuchungen handelt es sich nicht um "rein technisch-apparative" Leistungen. Neben der unbedingt notwendigen Zuverlässigkeit der Messungen ist ärztlicher Sachverstand erforderlich:

  • Interpretation des Laborbefundes unter Berücksichtigung weiterer Befunde des Patienten (u.a. Symptomatik, Bildgebung, Histopathologie)
  • Konsiliarische Beratung des behandelnden Arztes
  • Verfügbarkeit labordiagnostischer Verfahren entsprechend der medizinischen Erfordernisse

Klinische Chemie (inkl. Hämatologie / Hämostaseologie)

Photometrische Koagulometrie/ Immunometrie:
- Gerinnungsdiagnostik, z.B. TPZ, aPTT, D-Dimere, Fibrinogen, Einzelfaktoren
- Verfügbarkeit 24/7
- Standorte Klinikum und KHW
ELISA-Prozessor (Streifenformat):
- Autoimmundiagnostik, z.B. ANA, ANCA
- Schnelle, flexible Probenbearbeitung
Durchflusszytometrie:
Immunphänotypisierung
- Lymphozytensubtypisierung
- Stammzellmessung
- Liquorzelltypisierung
Immunfixation/Isoelektrische Fokussierung:
Spezielle Proteindiagnostik (Gel-basiert)
- Monoklonale Gammopathien
- Oligoklonale Banden (Liquor)
Nephelometrie:
Nachweis von Proteinen sehr geringer Konzentration
- IgG, IgA, IgM
- Ferritin, Haptoglobin

Transfusionsmedizin (Immunhämatologie / Blutdepot)

Direkte/ indirekte Hämagglutination (Kartenformat):
- Blutgruppenbestimmung: AB0-/Rhesus-Merkmale, Kreuztest, Coombs-Test
- Verfügbarkeit 24/7
Klimaschrank (mit Schwenkfunktion):
- Thrombozytenlagerung bei ca. 22 Grad Celsius
- Ausgabe an Einsender bei Transfusionsbedarf
Blutdepot-Kühlschrank:
- Lagerung Erthrozytenkonzentrate bei ca. 4 Grad Celsius
- Ausgabe an Einsender bei Transfusionsbedarf
- Vorhalt universell verwendbarer Erythrozytenkonzentrate für Notfälle (Unfall, massive Blutungen)

Mikrobiologie / Infektiologie

MALDI-TOF-Massenspektrometrie:
Identifizierung von Bakterien und Pilzen
Vorteile:
- Schnell
- Wenig Keimmaterial ausreichend
- Sehr genaue Identifizierung
- Auch für seltene Erreger geeignet
Mikrobouillon-Dilutions-Verfahren:
- Resistenztestung von Bakterien
- Zeitgesteuerte Ablesung
- Regelwerk: EUCAST
Blutkulturdiagnostik:
- Fluoreszenz-basierter Erregernachweis (CO2-Anstieg)
- Nachweis von Bakterien und Pilzen bei Blutstrominfektionen (Sepsis)

Molekulare Diagnostik

Kartuschenbasierte Real-time-PCR:
- Bearbeitung aller PCR-Schritte: Extraktion, Amplifikation, Detektion
- Sofortige Einzelprobenbearbeitung möglich
- Schneller Erregernachweis 24/7: MRSA, C. difficile, Influenzavirus, Enterovirus
Nukleinsäureextraktion (säulenbasiert):
- Nukleinsäureaufreinigung aus Stuhl
- Norovirus Real-time-PCR
Nukleinsäureextraktion (beadbasiert):
- Nukleinsäureaufreinigung aus resp. Material
- Multiplex-PCR für Erreger von Atemwegsinfektionen
16 Viren: u.a. Influenzavirus, Parainfluenzavirus, RSV, Metapneumovirus, Adenovirus, Rhinovirus
3 Bakterien: M. pneumoniae, C. pneumoniae, B. pertussis

Atemwegsinfektionen in der Region

Das ILM des Klinikums Bayreuth setzt bei Kindern mit Verdacht auf Atemwegsinfektionen eine Mehrfach- oder Multiplex-PCR ein, um die Kinder angemessen behandeln und die erforderlichen Hygienemassnahmen ergreifen zu können. Das Klinikum Bayreuth stellt die Testergebnisse ab sofort der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Atemwegsinfektionserreger in der Region

Bericht für die Kalenderwoche:
15/2015 (06.04. bis einschl. 12.04.2015)

Zusammenfassung

  • Influenzavirus-Nachweishäufigkeit insgesamt weiter rückläufig (Subtyp B momentan häufiger als Subtyp A)
  • Nur noch zwei RS-Virus-Nachweise (insgesamt rückläufiger Trend)
  • Mehr Nachweise von Metapneumoviren und Bocaviren im Vergleich zur Vorwoche
  • weiterhin häufiger Nachweis von Rhinoviren
  • in Einzelfällen Nachweis von anderen Viren

Dr. med. S. Schimanski (Institut für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie)
Prof. Dr. med. Th. Rupprecht (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin)

Klinische Kooperationspartner:
PD Dr. med. S. Mühldorfer (Klinik für Gastroenterologie und Infektiologie)
Dr. med. C. Steppert (Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin)

Regionaler Kooperationspartner:
Dr. med. K. von Stetten (Gesundheitsamt Bayreuth)

Weitere Informationsquellen
Für Deutschland: RKI/AG Influenza
Für Bayern: LGL/Bayern Influenza Sentinel (BIS)

Hinweise

  • dargestellt sind Testergebnisse von Kindern (nicht von Erwachsenen) mit Verdacht auf eine Atemwegsinfektion (z.B. Bronchitis,Lungenentzündung)
  • bei den Patienten handelt sich um relativ schwer erkrankte bzw. stationär behandlungsbedürftige Kinder (da bestimmte Erreger wie z.B. RSV in diesen Fällen häufiger nachgewiesen werden, ist kein direkter Rückschluss auf die Gesamtheit der Kinder in der Region mit Atemwegsinfektion möglich)
  • die Patienten stammen überwiegend aus der Region Bayreuth
  • die Messergebnisse wurden mittels einer molekularen Nachweismethode erhoben (Multiplex-PCR), mit der Erreger-DNA/RNA nachgewiesen wird
  • bei Nachweis von mehreren Erregern bei einem Patienten werden alle Viren-/Bakteriennachweise gezählt
  • in der Graphik werden jeweils die Nachweise der letzten 8 Wochen dargestellt
  • die Informationen werden in der Zeit von der Kalenderwoche 40 eines Jahres bis zur Kalenderwoche 15 des Folgejahres wöchentlich aktualisiert (in Anlehnung an RKI/AG Influenza)
  • die dargestellten Nachweishäufigkeiten sind als orientierende Information für die Ärzte und weitere interessierte Personen der Region gedacht
  • bei Rückfragen oder Anmerkungen zu dieser Internet-Seite können Sie sich gerne an die Pressestelle der Klinikum Bayreuth GmbH wenden (Kontakt Fr. Fräbel:  0921 400-2020)

MRSA-Screening am Klinikum Bayreuth

Das ILM und die Hygieneabteilung des Klinikums Bayreuth führen ein intensives MRSA-Screening durch.

Weltweit nimmt die Häufigkeit der multiresistenten Erreger (MRE), die nur noch sehr eingeschränkt bzw. gar nicht mehr antibiotisch therapiert werden können, zu. Ursache hierfür ist unter anderem der unkritische Einsatz von Antibiotika.

Zum Nachweis bzw. Ausschluß einer Besiedelung des Patienten mit MRE werden Screening-Untersuchungen durchgeführt. Für jeden MRE ist in einer hausinternen Leitlinie geregelt, welche Patienten und welche Proben (Nasen-, Rachen-, Rektalabstrich, etc.) untersucht werden sollen.

Das Screening auf MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) basiert auf den vom Robert Koch-Institut (RKI) festgelegten Kriterien. In der Klinikum Bayreuth GmbH werden auf Beschluss der Hygienekommission über diese Mindestanforderungen hinaus auf bestimmten Stationen alle Patienten bei Aufnahme untersucht.

Zur Art des Screening-Untersuchungsverfahrens gibt es keine dezidierten Vorgaben des RKI. Im Klinikum Bayreuth wird als Regeluntersuchung der PCR-basierte MRSA-Nachweis eingesetzt. Dieser ist teurer (ca. € 20-30) aber wesentlich schneller (ca. 2 Stunden) als die herkömmlichen, kulturbasierten Nachweisverfahren (ca. € 5-10, Dauer 1 bis 3 Tage).

Aufgrund der rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der MRSA-PCR im ILM an den beiden Standorten Klinikum und KHW können bei einem positiven MRSA-Nachweis unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, während alle MRSA-negativen Patienten, nicht unnötig isoliert werden müssen. Dies erspart dem Patienten, den Angehörigen und dem medizinischen Personal die Mehrbelastung einer Einzelzimmerisolation und dem Krankenhaus die Kosten der Isolationsmaßnahmen (mind. € 300 pro Fall).

Eine kürzlich durchgeführte, turnusmäßige Analyse der MRSA-Kennzahlen hat gezeigt, dass mit 94% der Fälle die allermeisten Patienten bereits vor der Aufnahme MRSA-Träger waren. Mit dem relativ geringen Anteil von 6% nosokomialer, d.h. im Krankenhaus erworbener MRSA-Fälle nimmt die Klinikum Bayreuth GmbH im deutschlandweiten Vergleich mit Krankenhäusern ähnlicher Größe, die am Hygiene-Register KISS teilnehmen, einen sehr guten Platz ein. Im Sinne der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung strebt das Klinikum Bayreuth selbstverständlich an, das Hygienemanagement insgesamt weiter zu verbessern und somit die Anzahl der Übertragungen im Krankenhaus noch weiter zu senken.

20.05.2013
Dr. med. S. Schimanski
Chefarzt ILM
Klinikum Bayreuth GmbH

Einblicke in das Labor

Wachstum von Bakterienkultur auf Agarplatte: Entnahme von Keimmaterial für Identifizierung und Resistenztestung (Colony-picking)
Bestückung eines Gerätes zur Nukleinsäureaufreinigung
Bestückter Probenteller des klinisch-chemischen Photometriegerätes
Vorbereitung für durchflusszytometrischen Messansatz (mit fluoreszenz-markierten Antikörpern)

Personal

Die Untersuchungen werden ausnahmslos, d.h. in allen Arbeitsschichten, von Fachkräften durchgeführt.

Analytik

Im ILM werden ausschließlich anerkannte und, soweit vorhanden, standardisierte Untersuchungsmethoden verwendet.

Eingangskontrolle

Alle eingehenden Proben werden geprüft, ob sie für die gewünschten Untersuchungen geeignet sind. Die Einsender werden umgehend benachrichtigt, wenn die angeforderten Untersuchungen aus dem zugesandten Untersuchungsgut nicht durchgeführt werden können.

Qualitätssicherung

Die Qualitätssicherung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Labordiagnostik. Die Befolgung der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (Rili-BÄK) ist gesetzlich vorgeschrieben. Über die Mindestanforderungen der Rili-BÄK hinaus wird die interne und externe Qualitätssicherung im ILM jedoch für sämtliche im Leistungsverzeichnis enthaltenen Messgrößen durchgeführt.

Ringversuche

Das Institut nimmt im Rahmen der externen Qualitätssicherung an den vorgeschriebenen sowie zusätzlich an weiteren, optionalen Ringversuchen teil. Die Ringversuche werden von nationalen (Referenzinstitut für Bioanalytik/RfB, INSTAND) bzw. von internationalen Organisationen (QCMD, ECAT) bezogen. Die Ergebnisse der Ringversuche sind dokumentiert und auf Wunsch einsehbar.

Befundfreigabe

Vor der Freigabe eines Befundes werden

  • die Präzision und Richtigkeit der Kontrollprobenergebnisse geprüft
  • der Einfluss präanalytischer Faktoren auf die Analysenergebnisse beurteilt
  • eine Plausibilitätsbeurteilung durchgeführt

Labor-EDV

Für die Erfassung, Verarbeitung und Archivierung der Daten steht das Labor-Informationssystem Swisslab II mit einer Schnittstelle zum KIS zur Verfügung. Die Untersuchungen werden über einen PC beleglos beantragt (Order-Entry). Nach Freigabe der Untersuchungsergebnisse im Labor, können die Befunde zeitnah am Stations-PC eingesehen werden.

Glossar Infektiologie und Hygiene

Multiresistente Erreger (MRE)

MRE sind resistent gegen die meisten Antibiotika, insbesondere gegen die Standardantibiotika (= gut verträgliche und gut wirksame Antibiotika, mit denen eine langjährige Anwendungserfahrung besteht). Damit sind die Behandlungsmöglichkeiten im Falle einer Infektion eingeschränkt. Häufig stehen nur noch schlechter wirksame und schlechter verträgliche Antibiotika zur Verfügung. Mittlerweile gibt es sogar MRE, die gegen alle verfügbaren Antibiotika resistent sind.

Zu den MRE zählen z.B.

  • Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)
  • Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE)
  • Multiresistente gram-negative Bakterien (MRGN)

Ein wesentliches Ziel des Hygienemanagements ist es, die Entstehung und Verbreitung der MRE zu verhindern.

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)

Der MRSA ist resistent gegen fast alle Antibiotika aus der wichtigen Gruppe der Beta-Laktam-Antibiotika (z.B. Penicilline und Cephalosporine). Damit stehen bei einer Infektion mit MRSA diese in der Regel gut wirksamen und gut verträglichen Antibiotika nicht zur Verfügung, man muss auf schlechtere bzw. sehr teure Alternativen ausweichen. Seit den 1980er Jahren hat sich der MRSA, hauptsächlich wegen des breiten Einsatzes von Antibiotika, weltweit ausgebreitet. Mittlerweile findet man den MRSA nicht nur in den Krankenhäusern und Altenpflegeheimen, sondern auch in der Normalbevölkerung.

Im wesentlichen gibt es drei verschiedene Elemente, die weitere Ausbreitung einzudämmen:

  • Verminderung bzw. gezielterer Einsatz von Antibiotika
  • Massnahmen zur Vermeidung von MRSA-Übertragungen
  • Entwicklung neuer MRSA-wirksamer Antibiotika

Die Erfahrungen in den Niederlanden zeigen, dass sich die MRSA-Rate durch ein gut geplantes Hygienemanagement niedrig halten lässt. Für die Umsetzung der Massnahmen ist jedoch eine angemessene Finanzierung erforderlich.

Multiresistente gram-negative Erreger (MRGN)

In den letzten Jahren hat die Resistenzhäufigkeit insbsondere bei den sogenannten gram-negativen Erregern zugenommen. Hierzu zählen z.B. Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae und Pseudomonas aeruginosa. Ein wesentlicher Grund ist der vermehrte Einsatz von Antibiotika. In zunehmendem Maße finden sich unter den MRGN Erreger, gegen die keine üblichen Antibiotika mehr wirksam sind. Um die Hygienemaßnahmen bei Vorliegen von MRGN zu standardisieren, wurde vom Robert-Koch-Institut (RKI) im Jahre 2012 eine neue Einteilung der MRGN vorgenommen:

  • 3-MRGN: Resistenz gegen 3 von 4 Standardantibiotiagruppen
  • 4-MRGN: Resistenz gegen alle Standardantibiotika

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE)

In den letzten Jahren hat die Häufigkeit von VRE in Deutschland stark zugenommen. Da der Erreger bereits an sich relativ resistent ist, führt eine zusätzlich erworbene Resistenz gegen Vancomycin dazu, dass nur noch sehr wenige, in Regel schlechter wirksame und ggf. sehr teure Antibiotika für eine Infektionsbehandlung zur Verfügung stehen.

Screening

Unter Screening versteht man die gezielte Suche nach bestimmten Erregern, in der Regel nach multiresistenten Erregern (MRE). Zum Nachweis werden kulturelle oder molekulardiagnostische Untersuchungsverfahren eingesetzt. Der untersuchte Patient leidet nicht notwendigerweise an einer Infektionserkrankung, in der Regel ist er infektfrei. Ziel der Screening-Untersuchungen ist es, Patienten mit MRE zu idenfizieren, um eine Übertragung der MRE auf andere Patienten zu vermeiden. Hierzu werden bei Nachweis eines MRE spezielle Hygienemaßnahmen wie z.B. eine Unterbringung im Einzelzimmer ("Isolation") ergriffen.

PCR (Polymerase-chain-reaction oder Polymerase-Kettenreaktion)

Die PCR ist ein Verfahren zum Nachweis von Nukleinsäuren, zum Beispiel der Erbinformation (= Genom) eines Bakteriums. Man ist daher im Unterschied zu den klassischen, kulturellen Nachweisverfahren unabhängig von der Anzucht des Erregers. Daher gelingt der Nachweis in der Regel mit der PCR schneller. Außerdem kann man auch Erreger nachweisen, die kulturell nicht oder nur schwer anzüchtbar sind. Die PCR kann z.B. zum Nachweis von MRSA, Influenzavirus und Clostridium difficile eingesetzt werden. Neben der PCR gibt es noch weitere molekulardiagnostische Nachweisverfahren.

Infektion

Von einer Infektion spricht man, wenn sich der menschliche Organismus mit einem Erreger auseinandersetzt und dies zu einer mehr oder weniger starken Beeinträchtigung der Körperfunktionen führt. Typische Zeichen einer Infektion sind Fieber und einer schneller Herzschlag (Tachykardie) sowie Symptome, die vom Infektionsort abhängig sind:

  • Durchfall bei Magen-Darm-Infekt
  • Husten bei Atemwegsinfektion
  • Rötung und Schwellung bei Hautinfektion

Ein Kontakt mit einem Erreger muss nicht mit einer Infektion einhergehen. Im Gegenteil: Meistens leben der Mensch und die Milliarden von Bakterien auf den Hautoberflächen sowie im Magen-Darm-Trakt zum gegenseitigen Nutzen friedlich zusammen (Symbiose). Aufgrund einer Abwehrschwäche des Körpers und/oder eines besonders gefährlichen Erregers kann es zu einer Infektionserkrankung kommen.

Besiedelung

Ein Nachweis von multiresistenten Erregern (MRE) bei Patienten ist NICHT gleichbedeutend mit einer Infektion durch die Erreger. In der Regel handelt es sich lediglich um eine Besiedelung des Patienten (auch als Kolonisation bezeichnet). Bei asymptomatischer Besiedelung befindet sich der Erreger auf der Haut- oder Schleimhaut des Patienten bzw. im Magen-Darm-Trakt und verursacht KEINE Krankheitssymptome. Die Gefahr besteht darin, dass der Besiedelungskeim zu einem späteren Zeitpunkt eine Infektion verursacht, oder dass der Keim auf einen anderen Patienten übertragen wird.

KISS (Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System)

Dem KISS-Register melden Krankenhäuser auf freiwilliger Basis die Häufigkeit multiresistenter Erreger (MRE) und bestimmter Infektionskrankheiten. Das Register wertet die Daten aus und bietet somit die Möglichkeit Kliniken untereinander zu vergleichen. Das KISS-Register wird vom Nationales Referenzzentrum für die Surveillance von nosokomialen Infektionen (Universitätsklinik Charité, Berlin) betrieben.

Robert-Koch-Institut (RKI)

Das RKI ist ein Bundesinstitut für Infektionskrankheiten mit Sitz in Berlin. Es erfaßt zum Beispiel wichtige Infektionen, um Häufungen und Gefahren für die Bevölkerung zu erkennen. Zudem stellt es Informationen zum Umgang mit Infektionskrankheiten zur Verfügung. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) des RKI gibt Empfehlungen z.B. zum Umgang mit multiresistenten Erregern (MRSA, MRGN) heraus.

Zahl der Influenza-Fälle nimmt zu

Die Zahl der Patienten, die an Influenza erkrankt sind und sich an die Klinikum Bayreuth GmbH wenden, nimmt zu. Seit November hat das Bayreuther...

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