Die adäquate Ernährung ist eine wichtige Voraussetzung für einen guten Gesundheitszustand. Ziel der klinischen Ernährung ist es, die optimale ernährungsmedizinische Versorgung des Patienten zu gewährleisten. Deshalb ist es eine unserer Hauptaufgaben, Patienten zu jeder Zeit bedarfsgerecht mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen zu ernähren, d.h. einer bestehenden oder drohenden Mangel- oder Fehlernährung des Patienten durch eine aktive Ernährungsintervention entgegen zu wirken. 

Hierfür stehen verschiedene Methoden der Ernährung zur Verfügung. Neben der Ernährung mit Normalkost ist eine perorale Zusatz- oder Kompletternährung mit bilanzierten Diäten (Trinknahrung) oder eine vollständige klinische Ernährung möglich.

Die klinische Ernährung kann enteral (über den Magen-Darm-Trakt) über verschiedene Arten von Sonden oder parenteral (über Venen) durchgeführt werden. Patienten können heute, wenn es notwendig ist auch langfristig, mit allen lebensnotwendigen Nahrungsbestandteilen komplett klinisch ernährt werden. Ziel der enteralen und parenteralen Ernährung ist es, Patienten zu jeder Zeit bedarfsdeckend mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Bei ca. 25 Prozent aller stationär behandelten Patienten gibt es zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme relevante Anzeichen für eine Unter- bzw. Mangelernährung.
Anzeichen können zum Beispiel sein: Appetitlosigkeit, eine abnorme (ungewollte) Gewichtsabnahme in den letzten Monaten, eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden. Des weiteren gibt es verschiedene individuelle Ursachen, etwa Kau- und Schluckstörungen, einen schlechten Zahnstatus oder motorische Einschränkungen, die eine Unter- bzw. Mangelernährung verursachen können.

Gibt es Anzeichen für eine Unter- bzw. Mangelernährung wird jeder Patient mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens (Screening nach NRS 2002) evaluiert. Dabei wird der Ernährungszustandes einschließlich der krankheitsbedingten, therapiebedingten, sozialen, psychosozialen und ernährungsbedingten Risikofaktoren bei der Aufnahme beurteilt. Eine zusätzliche Anforderung darüber hinaus ist jederzeit möglich.

Betroffene Patienten werden individuell behandelt und erhalten eine individuelle Ernährungsintervention auf Basis eines so genannten Stufentherapieschemas. Dazu gehören zum Beispiel eine Ernährungsberatung, besonders energiereiche und konsistenzadaptierte Speisen sowie Trinkzusatznahrung. Diese Maßnahmen haben nicht nur einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität, sondern können auch schweren Erkrankungen vorbeugen und wirken mitunter sogar lebensverlängernd.
Sollten diese Maßnahmen nicht mehr ausreichen um den täglichen Energie- und Nährstoffbedarf zu decken sollten die Möglichkeiten der "klinischen Ernährung" genau geprüft werden, um dann eine weitere Ernährungstherapie in die Wege zu leiten.

Sollte nach der Entlassung aus dem Krankenhaus eine weitere ernährungstherapeutische Intervention erforderlich sein stellt das Ernährungsmanagement, in Zusammenarbeit mit dem Patienten, dessen Angehörigen, dem Hausarzt und evtl. notwendigen ambulanten Pflegediensten oder stationären Pflegeeinrichtungen die reibungslose Überleitung sicher.

Dirk Bräuniger
Fachpflege Ernährungsmanagement

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Fabian Porner
Fachpflege Ernährungsmanagement

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