Der Deckel muss weg!
Das konnte auch Ulla Schmidt nicht mehr übersehen: 130.000 Mitarbeiter aus Krankenhäusern in ganz Deutschland demonstrierten am 25. September im Zentrum Berlins, dass es so nicht weitergehen kann.
Die Klinikum Bayreuth GmbH war mit 50 Mitarbeitern auf der Großdemonstration in Berlin vertreten. In einer einmaligen Allianz von Arbeitnehmern und Arbeitgebern erhoben sie nachdrücklich ihre Forderung: Die Kliniken aus dem ökonomischen Würgegriff zu entlassen, in dem sie seit Jahren gehalten werden. Der vorgelegte Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums, der zwar mehr Geld zugesteht, ist aber noch nicht die Lösung für die finanziellen Probleme der Krankenhäuser. Um Nachbesserungen einzufordern haben sich die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Klinikum Bayreuth GmbH dem Aktionsbündnis „Rettung der Krankenhäuser" von Städtetag, Deutscher Krankenhausgesellschaft, Gewerkschaften und Berufsverbänden angeschlossen.
Zudem hat die Klinikum Bayreuth GmbH gemeinsam mit neun deutschen kommunalen Großkrankenhäusern eine einmalige Plakataktion ins Leben gerufen, um auf die besonderen Probleme der Krankenhäuser in der Maximalversorgung aufmerksam zu machen. Diese übernehmen die schwierigsten Fälle und halten dafür ein breites hochspezialisiertes medizinisches Spektrum rund um die Uhr zur Verfügung. Roland Ranftl, Geschäftsführer der Klinikum Bayreuth GmbH, erklärte dazu: „Die Kosten für so genannte Extremkostenfällen, beispielsweise Patienten mit schwersten Verletzungen nach Unfällen oder zu früh geborene Babys, werden nicht komplett durch die Krankenkassen gedeckt. Ebenso wird das Vorhalten von qualifiziertem Personal und der Betrieb von medizintechnischen Geräten in der Nacht nicht umfassend vergütet."
Landrat Hermann Hübner, Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Bayreuth GmbH, und Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl, Zweckverbandsvorsitzender, unterstützen das Aktionsbündnis, da sie die zukünftige Finanzierung der Klinikum Bayreuth GmbH gefährdet sehen. „Wir brauchen eine nachhaltige Finanzierung für die Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung. Die Klinikum Bayreuth GmbH stellt als einziges Krankenhaus der Maximalversorgung in Oberfranken eine wesentliche Säule in der Versorgung dar. Hier dürfen wir im Hinblick auf die Krankenhausfinanzierung keine Kompromisse eingehen." so Hübner und Dr. Hohl gemeinsam, weiter: "Die Forderungen der Großkrankenhäuser orientieren sich an den gestiegenen Energie-, Personal- und Arzneikosten. Hier muss nachgebessert werden, damit die Klinikum Bayreuth GmbH auch weiterhin die hohe Anzahle an qualifiziertem Personal und der hohen technischen Ausstattung jederzeit für Notfälle zur Verfügung stellen kann."
