Gemeinsam Versorgung neu denken
Novartis, Klinikum Bayreuth und myon.clinic starten digitales Netzwerk für Radioligandentherapien
Novartis Deutschland und die Klinikum Bayreuth GmbH starten gemeinsam mit der digitalen Gesundheitsplattform“myoncare” das Pilotprojekt „Vernetzter Patientenweg“. Ziel ist der Aufbau eines digitalen Versorgungsnetzwerks für Prostatakrebspatienten, das Kliniken und Praxen verschiedener Fachrichtungen vernetzt und die Koordination entlang des Behandlungspfades erleichtert, insbesondere bei komplexen Therapien wie der Radioligandentherapie (RLT).
In der Onkologie spielt die Präzisionsmedizin eine immer größere Rolle. Für den Therapieerfolg ist es entscheidend, dass Diagnostik und Therapie eng verzahnt sind. Ein zentraler Ansatz dabei ist die sogenannte Theranostik. Sie verbindet Diagnose und gezielte Behandlung so, dass Krebserkrankungen etwa durch fortschrittliche bildgebende Verfahren auf molekularer Basis erkannt und zugleich mit der entsprechenden Therapie adressiert werden können. Zudem kann der Fortschritt der Therapie regelmäßig überwacht werden. Ein Beispiel hierfür ist die Radioligandentherapie, bei der mehrere medizinische Fachrichtungen wie Urologie, Nuklearmedizin, Onkologie und Radiologie zusammenarbeiten.
Damit dieser Ansatz gut funktioniert, ist eine enge und strukturierte Zusammenarbeit zwischen Ärzt*innen, ambulanten und stationären Einrichtungen erforderlich. Bislang fehlt jedoch häufig eine etablierte Austauschplattform für die beteiligten Fachgruppen. Dies kann zu Abstimmungsproblemen und Verzögerungen führen, etwa durch lange Wartezeiten auf Termine, unzureichend koordinierte Behandlungsschritte oder unklare Informationswege. Für die Patient*innen und ihre Angehörigen kommt neben der Erkrankung selbst oft die zusätzliche Herausforderung hinzu, sich im komplexen Gesundheitssystem zurechtzufinden und die verschiedenen Fachbereiche zu koordinieren.
Hier setzt das Modellprojekt „Vernetzter Patientenweg“ von Novartis Deutschland, Klinikum Bayreuth GmbH und der myon.clinic GmbH an. Die digitale Plattform “myoncare” ermöglicht eine automatisierte Steuerung der Therapie, den sicheren Austausch relevanter Befunde sowie eine zentrale Dokumentation des Therapieverlaufs. Darüber hinaus sollen klare Ansprechpartner*innen und Zuständigkeiten definiert sowie die fachübergreifende Kommunikation zwischen beteiligten Ärzt*innen durch eine Chatfunktion unterstützt werden. Auch die Prostatakrebspatienten können über eine App in den Behandlungsprozess eingebunden und kontinuierlich über den Behandlungsverlauf informiert werden.
„Innovative Therapien entfalten ihren vollen Nutzen erst dann, wenn sie Patient*innen rechtzeitig und koordiniert erreichen“, so Alexandra Skorupa, Leiterin Medical Affairs Radioligandentherapie bei Novartis in Deutschland. „Das Pilotprojekt „Vernetzter Patientenweg“ soll nicht nur Abläufe beschleunigen, sondern die Zusammenarbeit aller Beteiligten stärken – mit dem klaren Ziel, Versorgung gemeinsam weiterzudenken und zukunftsfähig zu gestalten.“
„Die effiziente Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen ist entscheidend für eine qualitativ hochwertige Versorgung von Prostatakrebspatienten. Mit dem Aufbau eines digitalen Versorgungsnetzwerks in Oberfranken schaffen wir nicht nur die Grundlage für eine engere Abstimmung mit den Patienten, sondern auch mit den an der Behandlung beteiligten Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher ambulanter und stationärer Einrichtungen. Dies ermöglicht eine noch engere und professionellere Koordination der diagnostischen und therapeutischen Schritte und trägt so zu einer effizienteren und besseren Versorgung unserer Patientinnen und Patienten bei.“, sagte Prof. Dr. Stefan Förster, Klinikdirektor Nuklearmedizin, Klinikum Bayreuth GmbH.
Die Zusammenarbeit von Novartis Deutschland, der Klinik für Nuklearmedizin der Klinikum Bayreuth GmbH und der myon.clinic GmbH markiert den Auftakt für ein bundesweit angelegtes Pilotprojekt zur Weiterentwicklung der Versorgung in der Radioligandentherapie. Die Klinik übernimmt dabei eine klare Vorreiterrolle: Als erster Standort in ganz Deutschland bringt es seine praktische Erfahrung maßgeblich in die Entwicklung und Erprobung eines digitalen Patientenpfads ein.
Neben der Klinikum Bayreuth GmbH sollen perspektivisch weitere Pilotzentren in das Projekt eingebunden werden. Auf Grundlage der Erfahrungen und Rückmeldungen aus den teilnehmenden Zentren sowie durch die kontinuierliche Feinjustierung in der praktischen Anwendung entsteht ein digitaler Patientenpfad für die Radioligandentherapie, der die Abläufe nachhaltig verbessern soll. Ziel ist es, eine praxistaugliche, übertragbare Lösung zu schaffen, die anschließend bundesweit von weiteren Versorgungsnetzwerken genutzt und in der klinischen Praxis etabliert werden kann, um die Patientenversorgung langfristig flächendeckend zu stärken.
v.l.n.r.: Christian Hieronimi, Gründer und Geschäftsführer der ONCARE GmbH; PD Dr. Leonie Beyer, Health Care System Lead Novartis Deutschland; Dr. med. univ. Mario Reis, Leitender Oberarzt der Klinik für Nuklearmedizin der Klinikum Bayreuth GmbH; Carolin Schenzle, Health Care System Manager Novartis Deutschland; Sebastian Stolte, Assistenzarzt der Klinik für Nuklearmedizin der Klinikum Bayreuth GmbH; Prof. Dr. Stefan Förster, Klinikdirektor der Klinik für Nuklearmedizin der Klinikum Bayreuth GmbH
