Mathias Dierl leitet Jahrestagung der Medizinphysik

Stell dir vor, es ist Konferenz und du bist der Tagungspräsident. Die Präsidentschaft ist ein „once-in-a-lifetime-Event“, sagt Dierl dazu. Die Jahrestagung findet in Bamberg statt und geht vom 16. bis zum 19. September und ist die größte innerhalb Deutschlands in diesem Bereich.

Der Strahlenschutzbevollmächtigte des Klinikum Bayreuths, Mathias Dierl, studierte Physik und machte seinen Abschluss an der Universität Bayreuth. Im Anschluss begann seine Arbeit am Klinikum Bayreuth. Hier im Haus ist er der Leiter der medizinischen Physik und Strahlenschutz und damit – mitsamt seiner 14 köpfigen Abteilung – ein Experte auf dem Gebiet der Medizinphysik.

Strahlenschutz – wieso eigentlich im Krankenhaus?

Die Strahlenschutzabteilung ist im medizinischen Alltag für den Schutz der Mitarbeitenden, der Patientinnen und Patienten zuständig. Dosimeter tragen alle in diesem Bereich. Und wenn die zulässige Höchstdosis erreicht ist, ist es eine von vielen Aufgaben von Dierl und seinem Team, herauszufinden wieso.

Auch die Einstellung und Berechnung der Dosierung in der Strahlentherapie, Nuklearmedizin oder bei der Röntgendiagnostik unterliegt diesem Team. Zudem der Schutz von Mitarbeitenden bei der Durchführung einer OP – sollte Strahlung dabei zum Einsatz kommen.
Zusätzlich vermittelt das Team des Strahlenschutzes auch Kurse oder führt sie selbst durch. Dies um Mitarbeitende aller Fachabteilungen im Umgang mit ionisierender Strahlung aus- oder weiterzubilden. Eine spannende und fordernde Tätigkeit im Klinikalltag. Eine hohe Verantwortung, die mit vielen Bereichen des klinischen Alltags verzahnt ist. Eine wichtige Arbeit.

Was ist der Hintergrund der DGMP-Jahrestagung?

Für die Medizinphysik gibt es eine renommierte Fachgesellschaft. Die „Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik e.V.“ oder kurz DGMP. Sie verbindet Menschen, die in Deutschland auf diesem Gebiet arbeiten. Innerhalb dieser Gesellschaft gibt es wissenschaftliche Forschung und auch der Klinikalltag ist wichtig. Hier werden die Ergebnisse der Forschung zum Einsatz gebracht. Diese wissenschaftliche Fachgesellschaft hat dieses Jahr ihre 57. Jahrestagung im oberfränkischen Bamberg. Die Tagung ist die größte zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum und ist nun das erste Mal in Oberfranken.

Spannend hierbei - wie Dierl im Grußwort der Tagungsleitung - schreibt: „Unweit der historischen Stätte in der Wilhelm Conrad Röntgen – der die nach ihm benannte Strahlung - entdeckte, die die Welt der Medizin für immer verändern sollte“, und fügt hinzu „hier wollen wir uns treffen, um unser Fach zu feiern."

Bei der Jahrestagung sind in diesem Jahr rund 850 Teilnehmende aus ganz Deutschland. Vom  Klinikum Rechts der Isar, Vertretende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und dem Klinikum Bamberg bis hin zur Charité in Berlin. Auch aus dem deutschsprachigen Ausland kommen Teilnehmende nach Bamberg.

Aus diesem fachlich renommierten Kreisen wurde Dierl vor zwei Jahren in München zu einem der beiden diesjährigen Tagungspräsidenten der DGMP gewählt.

Es sagt dazu, es sei für ihn persönlich „eine riesengroße Ehre, auch weil ich ja nicht an einer Universität arbeite und von meinen Forschungsergebnissen berichten kann.“ Sein Beitrag sei die „Anwendung modernster Therapieformen in der klinischen Routine, die selbst von den meisten Universitäten noch nicht angeboten werden kann.“

„Ich freue mich auf die Tagung“, es sei auch viel Arbeit gewesen sie vorzubereiten, sagt Dierl. Vor allem den Aspekt „viele Kolleginnen und Kollegen zu sehen, interessante und lehrreiche Gespräche zu führen und auch über den Tellerrand meiner Tätigkeit zu sehen,“ sei Teil seiner Freude über die Konferenz. Am meisten freue er sich über ein „Wiedersehen mit vielen Kolleginnen und Kollegen, die in der Vergangenheit ihre zweijährige Ausbildung in Bayreuth absolviert haben.“ Diese seien inzwischen in ganz Deutschland unterwegs und arbeiten in diesem Bereich. „Darüber freue ich mich besonders.“

Der Ablauf der Jahrestagung in Bamberg

Der Fachkongress geht vom 16. bis zum 19. September und das Programm ist vollgepackt. Bereits vor der offiziellen Eröffnung sind die ersten Fachsitzungen und Arbeitskreistreffen. Bereits eine Woche vor dem Beginn der Tagung, gab es eine digitalen Vorkongress. An diesem waren bereits über 100 Teilnehmende zugeschaltet.

Die Konferenz ist voll mit Austausch und Programm zu den unterschiedlichen Bereichen der Medizinphysik,  es gibt Preisverleihungen und aktuelle Berichte von den neusten Forschungsergebnissen des Fachs.

Immer mittendrin: Mathias Dierl als Tagungspräsident.

Weitere Informationen:
Mehr zur medizinischen Physik und Strahlenschutz am Klinikum Bayreuth finden Sie auf der Homepage Medizinische Physik und Strahlenschutz: Klinikum Bayreuth oder auf der Website der Fachgesellschaft DGMP: www.dgmp.de.
 

Ein lächelnder Techniker mit Bart lehnt an einem großen medizinischen Gerät. Auf dem Behandlungstisch ist ein zylindrisches Kalibrierungsgerät befestigt. Klinischer Raum mit Monitor im Hintergrund.

Ein "once-in-a-lifetime-Event" für Mathias Dierl, Strahlenschutzbevollmächtigter der Klinikum Bayreuth GmbH: Er ist Tagungspräsident der 57. Jahrestagung der Fachgesellschaft "Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik e. V."