Zweimal zwei macht vier

Vielleicht hätten Rieka und Jan Riemann Lotto spielen sollen. Ihre Chancen, das zu erleben, was sie als Familie erlebt haben, hätten nicht geringer sein können. Vor rund neun Monaten sind die beiden Eltern von Zwillingen geworden – und das bereits zum zweiten Mal. Das ist auch für uns etwas ganz Ungewöhnliches“, sagt Prof. Dr. Christoph Mundhenke, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Bayreuth.

Gleich zweimal Zwillinge – es ist eine unglaubliche Geschichte, deren statistische Wahrscheinlichkeit sich nicht einmal bestimmen lässt. Rund vier Jahre ist es her, als Rieka zum ersten Mal erfährt: Sie wird Zwillinge bekommen.  „Die Nachricht mussten wir erst einmal verdauen“, erinnert sich die Mutter. Luitpold und Rosalie kommen in der 35. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt. „Auch, wenn ich mir die Erfahrung eines Kaiserschnitts nicht noch einmal wünschen würde – dass wir uns für eine Entbindung in einem Perinatalzentrum Level 1 entschieden hatten, war auf jeden Fall richtig. Luitpold und Rosalie sind vor vier Jahren in Erlangen geboren. Da beide noch sehr klein waren, werden sie nach der Entbindung auf der Frühgeborenenstation versorgt. 

Das Gefühl sagt: es werden wieder Zwillinge

Als Rieka Riemann wieder schwanger ist, hat sie bereits eine Ahnung. „Irgendwie wusste ich, dass es wieder zwei werden“, sagt sie. „Die Nachricht hat mich dann nicht mehr wirklich überrascht. Ich habe es mir fast noch einmal gewünscht.“ Sie sei gerne Mama und auch gerne Mama von Zwillingen. „Zwillinge sind etwas ganz Besonderes. Ich finde die Interaktion der Kinder untereinander ist etwas sehr Schönes.“ Damit war aber auch klar: Es sollte wieder eine Entbindungsklinik mit höchstem Standard und angeschlossener spezialisierter Kinderklinik sein. „Bei den ersten Kindern war für uns die Entfernung noch kein großes Thema.“ Jetzt ist das anders. „Jetzt wollten wir als Familie natürlich so nahe wie möglich zusammen sein, aber auch die Sicherheit eines Perinatalzentrums im Rücken wissen.“

Das Paar entscheidet sich für das Klinikum Bayreuth – eine gute Wahl, wie sie finden. „Wir haben uns hier von Anfang an gut betreut gefühlt“, sagen die Riemanns. Auch schon vor der Geburt. Als werdende Zwillingsmutter mit der Vorgeschichte zählt sie zu den Risikoschwangerschaften und wird daher schon vor der Entbindung im Klinikum Bayreuth begleitend betreut. 

Kaiserschnitt oder spontane Entbindung?

Nach der Erfahrung der ersten Entbindung wollte Rieka Riemann einen Kaiserschnitt möglichst umgehen. „Medizinisch wäre das für uns eine sichere Alternative gewesen“, sagt Prof. Dr. Christoph Mundhenke, Direktor der Frauenklinik am Klinikum in Bayreuth. Insbesondere, nachdem die erste Geburt als Kaiserschnitt bereits Narben an der Gebärmutter hinterlassen hatte. Für die werdende Mutter ist aber klar: Wenn es möglich ist, will sie ihren Kindern und sich eine spontane Geburt ermöglichen. „Die Ärzte haben uns über die Risiken sachlich aufgeklärt, aber nicht versucht, uns zu beeinflussen“, sagt die vierfache Mutter. „Ich hatte am Ende das Gefühl, dass ich die Entscheidung gut informiert selbst treffen kann.“ Als klar ist, dass die Kinder beide perfekt mit dem Kopf nach unten liegen und eine spontane Entbindung machbar ist, entscheidet sie sich dafür.  

„Bei uns haben die Eltern den Vorteil, dass auch unser Hebammen-Team so erfahren ist, dass es eine Zwillingsentbindung gut und routiniert betreuen kann“, sagt Prof. Dr. Mundhenke. Aber nicht nur das: Als Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe ist die Klinikum Bayreuth GmbH auf die Betreuung von Risikoschwangerschaften und die Versorgung von krank oder zu früh geborenen Kindern spezialisiert. Hier sind rund um die Uhr Expertinnen und Experten vor Ort, die die optimale Versorgung von Kindern und Mutter gewährleisten können, auch, wenn es zu Komplikationen kommt. Aufgrund einer Vorerkrankung bei Mama Rieka war auch das nicht auszuschließen. 

Das Team ist für alle Eventualitäten gerüstet

Ganz dem Zufall überlassen haben die Riemanns den Zeitpunkt für die Geburt in Abstimmung mit dem Team im Perinatalzentrum aber nicht. Zum einen wollte man sichergehen, dass die Gebärmutter, die durch den ersten Kaiserschnitt nicht mehr unverletzt war, den Belastungen der Entbindung standhalten kann, zum anderen: „Bei einer Zwillingsgeburt ist es wahrscheinlicher, dass die Kinder nach der Entbindung Unterstützung brauchen“, sagt Prof. Dr. Mundhenke. Darum rät man zu einer Entbindung in einem Perinatalzentrum Level 1 wie dem an der Klinikum Bayreuth GmbH. Weil hier für den Fall der Fälle vorgesorgt ist – personell, medizinisch und technisch.  „Wir haben uns gemeinsam mit den Eltern entschieden, die Entbindung gezielt einzuleiten – um ein gut vorbereitetes Team vor Ort zu haben“, sagt Prof. Dr. Mundhenke.  In diesem Fall waren das neben einer erfahrenen Hebamme und einem Gynäkologen mit einer Zusatzqualifikation in der Speziellen Geburtshilfe auch ein Neonatologe, der auf die Versorgung Neugeborener spezialisiert ist, und speziell geschultes Pflegepersonal in der Kinderklinik, die sich bereits im Kreißsaal bei Bedarf um die Kinder kümmern können.

Im Rückblick betrachtet war das eine gute Entscheidung, denn auch, wenn Mama Rieka, Ilvie und ihre Schwester bis Ende der 37. Schwangerschaftswoche durchhalten, bevor das Risiko zu hoch wird, sind beide doch sehr leicht bei der Entbindung – und kämpfen außerdem mit einer Neugeboreninfektion. Carlotta muss in den ersten Tagen auf der Intensivstation versorgt werden, währen ihre Schwester Ilvie auf der Frühgeborenenstation betreut wird. „Und ich noch auf der Wochenstation, mein Mann mit den beiden Großen daheim – das war in den ersten Tagen für mich nicht so leicht mit dem zu vereinbaren, was ich mir gewünscht hatte“, erinnert sich die Mutter. „Aber ich wurde in der Klinik toll unterstützt“, sagt sie. „Ich wurde über alles auf dem Laufenden gehalten und konnte zu jeder Tages- und Nachtzeit so viel Zeit mit den Kindern verbringen wie ich wollte. Wenn eine der beiden wach geworden ist, hat man mich immer gleich angerufen“, sagt Rieka Riemann. Beim Stillen halfen speziell geschulte Stillberaterinnen, sodass die Zwillingsmutter auch auf der Intensivstation schon die Möglichkeit hatte, ihre Tochter selbst zu versorgen. 

Nach elf Tagen endlich Familie

Nach wenigen Tagen kann Carlotta die Intensivstation glücklicherweise bereits verlassen und nach insgesamt nur elf Tagen können sie, ihre Schwester Ilvie und Mutter Rieka gemeinsam nach Hause, wo Luitpold, Rosalie und Vater Jan schon warten. Gut neun Monate ist das nun her. Wenn es nach Rosalie geht, dann hätte sie gerne noch ein Geschwisterchen. Ob Rieka und Jan Riemann das Glück noch einmal herausfordern? „Ich wollte immer gerne eine große Familie“, sagt die Mutter im Laufe des Gesprächs. Ein Ja ist das nicht – ein Nein aber auch nicht. Ob es dann wieder Bayreuth würde? Vermutlich schon. 
 

Auch für Prof. Dr. Christoph Mundhenke (Mitte) ist die Geschichte der Riemanns etwa Besonderes: "Zweimal Zwillinge, das habe ich in meiner gesamten Laufbahn noch nie gehabt."

Hier finden Sie die Geschichte der Riemanns und ihrer Zwillinge als Video.