Brand in Patientenzimmer: Kolleginnen und Kollegen reagieren goldrichtig
Anlässlich des Tages der Pflege machte sich am Freitag, 15. Mai, ein großer Teil unseres Pflegeteams im Rotmaincenter für seinen Beruf stark und zeigt, wie abwechslungsreich und vielseitig dieser ist. Dass es in der Pflege auch Notfälle der ganz anderen Art geben kann und wie wichtig neben Engagement und Teamarbeit auch und vielseitig geschultes Pflegepersonal ist, zeigte die Nacht zuvor.
Souveränes und geistesgegenwärtiges Handeln verhindert Schlimmeres.
Ein 82-jähriger Patient verursachte nach eigenen Angaben absichtlich einen Band in seinem Patientenzimmer auf Station 35, indem er das Patientenbett in Brand setzte. Gegen 21.15 Uhr lösten auf der Station die Brandmelder aus. Parallel ging der Alarm in den Stützpunkten der Station selbst sowie der Nachbarstation ein.
Christian Mergl ist Fachkrankenpfleger für Geriatrie und hat an diesem Abend Nachdienst. Als er „Florian 112“ auf der Alarmwand im Stützpunkt liest, glaubt er zunächst an einen Fehlalarm, kontaktiert dennoch gleich die Leitwarte, die ihm bestätigt, dass die Feuerwehr bereits unterwegs sei. Gemeinsam mit seiner Kollegin Greta Muska, macht er sich auf die Suche. „Als wir den Flügel betreten haben, kam uns bereits Rauch entgegen.“ Als Christian Mergl die Tür öffnet, schlägt ihm Hitze entgegen: „Das ganze Zimmer war bereits tiefschwarz verraucht – und mittendrin stand das Fußteil des Bettes in Flammen.“ Zeit zum Nachdenken bleibt ihm nicht – er holt den Feuerlöscher und beginnt den Brand zu löschen, während seine Kollegin die Augen offenhält. „Ich wussten ja, dass irgendwo der Patient sein musste – aber durch den Rauch konnte ich nichts sehen.“
Der Brand ist gerade gelöscht, als er auf ein Klappern aus dem Badezimmer aufmerksam wird. Dort findet er den Patienten glücklicherweise unverletzt, bringt ihn in Sicherheit und übergibt ihn an seine Kollegin Entsprechend der Rettungskette waren parallel Feuerwehr und Polizei, sowie die im Klinikum zuständigen Hilfskräfte und leitenden Mitarbeiter aus den Bereichen Bau, Technik und Elektrotechnik sowie den im Haus befindlichen Sicherheitsdienst alarmiert worden. „Die Abstimmung untereinander und mit den zügig eintreffenden Rettungskräften vor Ort funktionierte reibungslos. So konnten gut koordiniert und zügig alle wichtigen Schritte in die Wege geleitet werden“, sagte Johannes Sperber, Brand- und Katastrophenschutzbeauftragter der Klinikum Bayreuth GmbH. Dennoch: „Nur durch das geistesgegenwärtige Handeln der Pflegekräfte vor Ort und die reibungslose Zusammenarbeit aller Kolleginnen und Kollegen im Haus konnte Schlimmeres verhindert werden.“
„Ich bin unglaublich dankbar für das geistesgegenwärtige und professionelle Handeln der Kolleginnen und Kollegen, die in dieser Nacht Dienst hatten“, sagt Pflegedirektorin Franziska Maidorn, die sich in der Nacht ebenso wie Sonja Pöhlmann, Direktorin für Bau und Technik, selbst ein Bild vor Ort machte und bei der Koordination des Feuerwehr- und Polizeieinsatzes unterstützte. „Nur dank der schnellen Reaktion der Pflegekräfte auf der Station 35 und der umliegenden Stationen, die durch ihre sofortige Unterstützung für einen reibungslosen Ablauf der Evakuierung gesorgt haben, ist die Situation für alle Patientinnen und Patienten, aber auch die Kolleginnen und Kollegen glimpflich ausgegangen.“
„Das schnelle Handeln der Pflegekräfte war Gold wert“, bestätigt auch Sonja Pöhlmann erleichtert und dankbar. Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr habe das Stationsteam die Situation unter Kontrolle gehabt. Das Pflegepersonal kümmerte sich vorbildlich um die Patientinnen und Patienten aus den umliegenden Zimmern, für die dadurch zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestand. Zehn Patienten wurden vorsorglich auf die Nachbarstation verlegt.
„Ich bin sehr dankbar, dass der Abend durch das schnelle, engagierte und umsichtige Handeln aller Beteiligter glimpflich zu Ende gegangen ist“, zeigt sich Klinik-Geschäftsführer Dietmar Pawlik erleichtert. „Insbesondere die diensthabenden Pflegekräfte haben die Situation schnell erfasst, richtig eingeschätzt und vorbildlich gehandelt. Alle Alarmierungsketten haben funktioniert.“
Auch Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Florian Wiedemann zeigt sich erleichtert, „dass die Situation dank des schnellen und professionellen Eingreifens der Pflegekräfte, die zum Zeitpunkt des entstehenden Brandes vor Ort im Dienst waren, sofort unter Kontrolle war und eine Eskalation der Situation so vermieden werden konnte. Ein herzliches Dankeschön an diejenigen, die mit ihrem zielgerichteten und besonnenen Handeln Schlimmeres verhindert haben.“
„Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig kompetente und geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, wie wichtig es für ein Unternehmen wie das Klinikum ist, sich beim Brand- und Katastrophenschutz breit aufzustellen und die Mitarbeitenden regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. Offenbar wussten alle Mitarbeitenden, die in dieser Nacht Dienst hatten, genau, was zu tun ist. Haben Sie vielen Dank für Ihren schnellen und umsichtigen Einsatz“, sagt Oberbürgermeister Dr. Andreas Zippel, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Bayreuth GmbH.
Vor Ort waren neben den im Dienst befindlichen Pflegekräften, der Feuerwehr, den Rettungskräften und der Polizei, auch der im Haus tätige Sicherheitsdienst, Mitarbeiter der übergeordneten technischen und elektrotechnischen Rufbereitschaft, Sonja Pöhlmann, Direktorin für Bau und Technik, Pflegedirektorin Franziska Maidorn und deren Stellvertreter Dominik Beck, sowie Johannes Sperber, Referent für Brand- und Katastrophenschutz.
Der 82-jährige Patient wurde noch in der Nacht zur weiteren Behandlung ins Bezirkskrankenhaus verlegt. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts auf Brandstiftung.
