„Strick-Omas" übergeben Spende an die Frühgeborenenstation der Kinderklinik
In der Eingangshalle des Klinikum Bayreuth ist ein Stand aufgebaut. Darauf liegt liebevoll mit der Hand gearbeitete Strickware. Mützchen, kleine Decken, Söckchen und Tintenfische mit bunten Tentakeln. Die „Strick-Omas" sind vor Ort und übergeben ihre Spende an die Station 44 F+S. Das hat eine langjährige Tradition.
Sieben Monate Strickarbeit
„Das sind viele Stunden Arbeit“, sagt Kerstin Mattes. Sie leitet den Strickkreis nun schon seit zweieinhalb Jahren. Die „Strick-Omis“, wie sie genannt werden, gibt es aber schon deutlich länger. Fast ganze 18 Jahre schon ist der Kreis aktiv und strickt für die Frühchen des Klinikum Bayreuth. Die aktuelle Spende umfasst die Arbeit der letzten sieben Monate. Beteiligt waren 30 Strickerinnen der Bayreuther Strickinitiative. Die Spendenmenge geht zurück auf fleißige Arbeit. So wurden in der Zeit 45 Garnituren, 250 Socken-Mützen Kombinationen, 75 Tintenfische sowie 100 Decken angefertigt. Alleine den Materialwert gibt Mattes mit 2800 Euro an. Die ehrenamtliche Arbeit dahinter nicht mitgerechnet.
Schwarmwissen für Strickmuster
„Möglich ist das durch Spenderinnen und Spender,“ sagt Sie, denn „wir recyceln alte Wolle, die sonst nicht mehr genutzt wird. Es gibt Geldspenden aber der Großteil ist Spendenwolle.“ Sie danke ausdrücklich den Spenderinnen und Spendern für die Initiative der „Strick-Omis“. Die bei Mattes abgegebene Spendenwolle, verteile sie dann in regelmäßigen Treffen in der Strickinitiative. Dort werde dann „das Schwarmwissen für die Strickmuster genutzt. Auch Tipps und Tricks werden ausgetauscht. Wir helfen uns gegenseitig bei Problemen.“
Tintenfische als Therapie
Bei der Strickarbeit selbst, seien die „Strick-Omis“ meistens für sich. „Das sind dann viele Stunden Arbeit, aber wir entspannen uns dabei. Außer wir müssen Maschen wieder aufmachen“, sagt sie und lacht. Die Arbeitszeit für eine Decke gibt Mattes mit circa 40 bis 60 Stunden an. „Ein Tintenfisch geht schneller, das sind dann vier bis fünf Stunden,“ sagt Sie und fügt hinzu: „Die Tintenfische sind therapeutisches Spielzeug.“ Es komme vor, dass Frühchen Schläuche herausziehen können. „Die Tentakel lenken davon ab und können auch eine Nabelschnur simulieren.“ Auch müsse der Tintenfischkopf eine Mindestgröße haben, „damit er nicht verschluckt werden kann und leicht auffindbar ist.“ Über eine Sache sind sich alle anwesenden „Strick-Omis“ einig: „Das Stricken macht auf jeden Fall sehr viel Spaß.“
Bevor die Spenden – alle natürlich im Miniformat – verwendet werden können, werden sie von der Stationsleitung immer auf Tauglichkeit geprüft.
Die Klinikum Bayreuth GmbH bedankt sich bei allen Beteiligten, die diese Spende durch ihre ehrenamtliche und unbezahlbare Arbeit möglich gemacht haben.
Die Spendenübergabe im Foyer des Klinikums mit den „Strick-Omas“ und deren Leiterin Kerstin Mattes (rechts). Von Station 44 F+S der Kinderklinik waren dabei Claudia Hutzler, stellvertretende Stationsleiterin (Vierte von rechts) und Franziska Buß, neben ihr. Dazu gesellte sich Pflegedienstleiter Bastian Fütterer.
