Tinas Tränen der Dankbarkeit
Sie ist die Dritte im Bunde: Tina Sportaiuolo ist die dritte Pflegekraft der Klinikum Bayreuth GmbH, die mit dem Daisy Award ausgezeichnet wurde. Und bei der Verleihung der Auszeichnung auf Station 5b in der Klinik Hohe Warte flossen eine ganze Menge Tränen. Tränen der Freude, der Dankbarkeit, der Wertschätzung.
Da steht sie, an den Türrahmen eines Patientenzimmers gelehnt. Völlig überrascht, gerührt, dankbar. Die Tränen lässt sie einfach mal zu, nimmt ihre Tochter in den Arm, ihre Kolleginnen, ihre Mutter und den Angehörigen einer Patientin, die Tina gepflegt hat. Sie alle haben Tina Sportaiuolo für den Daisy Award vorgeschlagen, für sie lagen nicht weniger als vier Nominierungen vor. Sie sind alle gekommen – ebenso wie Pflegedirektorin Franziska Maidorn sowie Marie Berghold und David Horn von den Pflegewissenschaften. Alle wussten Bescheid, nur Tina nicht.
„Ich erlebe Tina täglich als Kollegin und sie verkörpert für mich genau das, wofür der Daisy Award steht“, sagt Anja Özdemir. „Für außergewöhnliche Pflege, echtes Mitgefühl und ein Engagement, das weit über das Erwartbare hinausgeht.“ Tina Sportaiuolo bringt nicht nur Herz, sondern auch hohe fachliche Expertise mit. Sie hat die Fachweiterbildung in Paraplegiologie absolviert, ist Hygienebeauftragte sowie PPR-2.0-Beauftragte – und dennoch ganz bewusst weiterhin Teil des Pflegeteams am Bett. Für sie ist klar: Nähe zum Patienten ist keine Option, sondern Kern ihres Berufsverständnisses.
Wenn Tina da ist
„Was Tina für mich so besonders macht, ist ihre außergewöhnliche Menschlichkeit“, sagt Anja Özdemir. „Wenn Tina da ist, wird es ruhiger. Verlässlicher. Menschlicher. Sie hilft ohne zu zögern, hört zu, bleibt präsent und übernimmt Verantwortung. Auf sie kann man sich fachlich und menschlich verlassen.“ Diese Menschlichkeit speist sich auch aus persönlicher Erfahrung. Ihre 17-jährige Tochter Mia lebt mit Spina bifida. Tina kennt die Perspektive von Patientinnen, Patienten und Angehörigen nicht nur aus dem Berufsalltag, sondern aus dem eigenen Leben. Dieses tiefe Verständnis bringt sie ganz selbstverständlich in ihre Arbeit ein – sensibel, klar und ohne Pathos.
Auch privat ist sie eine starke Stütze. Als ihr Mann im vergangenen Jahr – just als er eine neue Außendienststelle antrat – einen epileptischen Anfall erlitt, organisierte Tina den Alltag neu. Seither übernimmt sie in ihrer Freizeit die Rolle der Chauffeurin: pragmatisch, unterstützend und ohne großes Aufhebens darum zu machen.
Hinzu kommt, dass sie selbst mit einer Diabetes-Typ-1-Erkrankung lebt. Auch hier geht sie reflektiert und souverän mit den Herausforderungen um. Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Fachwissen, persönlicher Erfahrung und innerer Stärke, die sie so glaubwürdig macht.
Als Mia erzählt
Besonders bewegend wird es, als Tochter Mia bei der Verleihung das Wort ergreift. „Ich nominiere meine Mama. Für mich ist sie die beste Krankenschwester“, sagt sie. „Ich beobachte, wie sie mit Freude auf ihre Arbeit geht, wie sie Freundschaften mit Patienten hat, mit ihnen lacht und ihnen Tipps gibt. Ich habe mitbekommen, wie sie auf vielen Fortbildungen war und wie sie für ihre Fachweiterbildung gelernt hat. Und wisst ihr, was das Schönste ist? Ihre Motivation dazu war immer ich.“ Mia erinnert daran, dass sie seit ihrer Geburt mit Spina bifida lebt und selbst schon mehrfach auf der Station ihrer Mutter behandelt wurde. „Ich habe es oft nicht leicht, aber meine Mama hilft mir immer.“
Es ist ein Moment, in dem deutlich wird, dass professionelle Pflege und persönliche Haltung nicht zu trennen sind. Tina Sportaiuolo steht für beides. Für Kompetenz und Konsequenz. Für Mitgefühl und Verantwortung. Für Pflege, die den Menschen im Blick behält – in all seiner Verletzlichkeit und Würde.
Die Tränen an diesem Tag sind deshalb mehr als nur Ausdruck einer gelungenen Überraschung. Sie sind ein Zeichen der Anerkennung – von Kolleginnen und Kollegen, von Patientinnen und Patienten, von Familie und Führung. Und sie erzählen von einer Pflegekraft, die ihren Beruf nicht nur ausübt, sondern lebt.
Stichwort: Daisy Award
Der Daisy Award for Extraordinary Nurses ist eine internationale Auszeichnung, die die herausragende Arbeit von Pflegekräften würdigt. Er wurde in den USA von der Familie eines Patienten gegründet und wird heute weltweit in Krankenhäusern verliehen.
Ausgezeichnet werden Pflegekräfte, die durch besondere Fachkompetenz, Mitgefühl und Engagement überzeugen. Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Kolleginnen und Kollegen können Pflegekräfte für den Preis nominieren.
Hier geht’s zur Nominierung:
klinikum-bayreuth.de/pflege-soziales/daisy-award
Jede Nominierung ist ein Zeichen der Wertschätzung – und macht sichtbar, was Pflege täglich leistet.


